Claudia Wagner-Schwarting in der Abtsgmünder Zehntscheuer

"Aus der Zeit gefallen“

Ihre Arbeiten packen den Betrachter, halten ihn fest. Und versetzen ihn in pures Erstaunen: nein, es ist keine Fotografie, die altmeisterlich erscheinen mag. Und: nein, es ist kein alter Meister, der hier so gekonnt abbildet. Es ist das faszinierende Werk von Claudia Wagner-Schwarting. Und ihr Medium ist Pastell.

Blumen sind zur Zeit eines ihrer beliebtesten Motive. Doch immer wieder malt Claudia Wagner-Schwarting auch Gesichter: junge, alte, lebenserfahrene. Sie alle entstehen aus unzähligen Schichten von Pastell, übereinander gelagert zu neuen Wirklichkeiten. Denn sie sind mehr als Farbe. Sie sind zugleich auch Ergebnis des intensiven Dialogs zwischen Künstlerin und Arbeit.

Dabei erinnern Claudia Wagner-Schwartings Arbeiten an lange vergangene Zeiten, da Malen noch Handwerk war. Als Michelangelo und Caravaggio Kompositionen aus Licht und Schatten entstehen ließen, deren Eindrücke bis heute überdauert haben.

Genau die Mischung aus meisterlicher Arbeit und Emotionen ist es, die all diesen Bildern ihre Kraft gibt, ihre Strahlkraft, aber auch die Zerbrechlichkeit: Jedes von ihnen zieht sein Gegenüber in einen ganz eigenen Mikrokosmos und damit in eine Zeitlosigkeit des Sehens, lässt den Betrachter quasi aus der Zeit fallen, ehe das Bild zu erzählen beginnt. Da gibt es zurückhaltende, stille Arbeiten, oder aber Pfingstrosen, die sich eitel, geradezu beifallsheischend dem Gegenüber entgegenstrecken: ein wenig schnippisch, sich ihrer Schönheit bewusst; zart-feminin und doch ein wenig hemdsärmelig forsch fahren sie die Ellbogen aus, um ihren Raum zu behaupten und nach vorne, aus dem Bild zu drängen. 

 

Die Arbeiten der Abtsgmünder Künstlerin sind keine profanen fotorealistischen Abbilder, sondern das Ergebnis akribischen Hinsehens, pastoser Darstellung und meisterhaften Könnens. Das beim zweiten Blick die Seele des Bildes offenbart, sein Gegenüber geradezu in eine Zeitlosigkeit des Betrachtens zieht und zu erzählen beginnt: Von Freude und Leid, von unendlichen Stunden seiner Entstehung.

 

Die Autodidaktin Claudia Wagner-Schwarting hat mit ihrem Talent und ihren faszinierenden Pastellarbeiten in nur wenigen Jahren ein internationales Publikum erobert. Und zeigt nebenbei: Kunst kommt doch von Können.


Nachdem die Ausstellung coronabedingt im März abgesagt werden musste, findet die Vernissage nun am 7. Oktober um 19.30 Uhr auf dem Zehntscheuerplatz unter freiem Himmel statt. Hierzu ist die Bevölkerung herzlich eingeladen.

 

„Aus der Zeit gefallen“ - die Ausstellung in der Zehntscheuer Abtsgmünd ist vom 10. Oktober bis 1. November jeweils samstags von 14 - 17 Uhr und sonntags sowie an Feiertagen von 11 - 17 Uhr unter Einhaltung der aktuellen Coronabedingungen geöffnet. Der Eintritt ist frei.

 

Foto: Claudia Wagner-Schwarting

 

 

 

 

 

Informationen im Überblick:

Genre:                          Ausstellung

Datum:                         10. Oktober bis 1. November 2020

Vernissage:                    7. Oktober 2020, 19:30 Uhr

Ort:                               Abtsgmünd, Zehntscheuer

Titel:                             „Aus der Zeit gefallen“

Öffnungszeiten:              jeweils samstags von 14 - 17 Uhr

                                    sonntags sowie an Feiertagen von 11 - 17 Uhr  

Eintritt VVK/AK:            Eintritt frei

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Aalener Kulturjournal