In der Aalener Villa Stützel treffen sich internationale Musiker

FAMA - Festival für Alte Musik

Ein feines Festival für Alte Musik soll es werden. Eines mit einem erlesenen Musikprogramm. "In diesen Zeiten liegt es auch uns besonders am Herzen, für Konzertbesucher und Künstler einen besonderen Ort des kulturellen Austauschs anzubieten", lassen die Veranstalter Dr. Sandra Röddiger und Dr. Ralf Kurek wissen. Sichtlich stolz sind sie auf rund 30 Künstler*innen von internationalem Rang, die auf der Bühne erwartet werden - darunter Newcomer und Superstars. Ein echtes Highlight bietet im Rahmen des Festivals das Oratorium "Abramo" von Pietro Torri, welches zuletzt vor rund 290 Jahren (!) live zu hören war. Für Kenner und Genießer barocker Musikkultur wird das FAMA#2 so sicherlich ein unvergessliches Hörerlebnis.

Es lohnt sich, über den Musiktellerrand zu hören.

Alte Musik sei alles andere als angestaubt, versichern die beiden FAMA-Gründer Dr. Sandra Röddiger & Dr. Ralf Kurek, deren Leidenschaft eben dieser Alten Musik gehört. Seit 2014 veranstalten sie in der Aalener Villa Stützel regelmäßig öffentliche Konzerte mit bekannten Künstlern aus der Szene, wie beispielsweise der britischen Sopranistin Dame Emma Kirkby und dem Ensemble London Baroque. Aber auch junge Künstler*innen werden gefördert und auf die Bühne gebracht. Daraus entspross letztendlich der Wunsch, diesem Genre ein kleines wie feines Festival zu widmen.

Dr. Robert Crowe, preisgekrönter Musikwissenschaftler(Noah Greenberg Award) und Sopranist, zeichnet für die künstlerische Leitung des Festivals verantwortlich, das sowohl mit einem breiten musikalischen Spektrum als auch mit verschiedenen Formaten aufwartet.

17.09. 2020  Eröffnungskonzert

Baroque for You

 

Jan Nigges (Block-/Traversflöte & Moderation)

Sibylla Elsing (Sopran)

Julia Nilsen-Leach (Violoncello)

Alexander von Heißen (Cembalo)

 

Beginn 19:00 Uhr (Einlass 18:00 Uhr) Villa Stützel

 

Das Ensemble Baroque for You formierte sich jüngst als musikalische Antwort auf die Corona-Krise. Die preisgekrönten, jungen Nachwuchstalente Jan Nigges, Alexander von Heißen, Sibylla Elsing und Julia Nilsen-Leach traten bereits in mehreren TV-und Radiosendungen auf. Baroque for You präsentiert ein vielfältiges Spektrum an mitreißender und vor Ausdruckskraft sprühender Musik des königlichen Barocks. Angefangen bei Musik um 1650 aus Holland und Italien mit Jacob van Eyck und Horatio Tarditi bis hin zum Großmeister in der Blüte des 18. Jahrhunderts Georg Philipp Telemann. Im Instrumentalen oder im Kantablen - Baroque for You kann in jeder Facette das Publikum begeistern. Abgerundet wird das Programm durch eine kurzweilige Moderation von Jan Nigges.

 

 

18.09.2020 Crown the Altar

 

Giorgia Cappello (Sopran, Rezitation)

Daniel Gerzenberg (Cembalo, Lyrik, Rezitation)

 

Beginn 19:00 Uhr (Einlass 18:00 Uhr) Villa Stützel

 

Giorgia Cappello und Daniel Gerzenberg begeben sich auf die Suche nach den Ursprüngen des Kunstliedes im Barock. Die beiden Künstler*innen arbeiten an der Schnittstelle von Musik und Text und gestalten ein Programm mit Songs von Purcell und Arie Antiche Italiane, denen sie Lyrik aus dem 17. und dem 21. Jahrhundert gegenüberstellen. Ein besonderer Liederabend, den man auf keinen Fall verpassen darf. Giorgia Cappello ist eine echte Newcomerin in der Alte-Musik-Szene. Die 25-jährige Sopranistin studiert derzeit Master Konzert an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart. Sie besuchte bereits mehrere Meisterklassen.

Daniel Gerzenberg ist in einer hochkarätigen Musikerfamilie aufgewachsen. Künste wie Malerei, Literatur und Lyrik gehörten zu seinem Alltag. In seiner Jugend war er bereits international unterwegs, so dass er heute ein weltweit gefragter Liedbegleiter und Lyriker ist. Als mehrfacher, internationaler Preisträger unterrichtet er als Lehrbeauftragter im Fach Lyrik an der Hanns-Eisler-Musikhochschule Berlin.

 

 

19.09.2020 Barocke Marktmusik

Julia Gillich-Naroschnaja (Orgel)

 

Beginn 10:30 Uhr (Einlass 10:00 Uhr) Stadtkirche (Innenstadt)

Eintritt frei

 

Die Organistin und Pianistin Julia Gillich-Naroschnaja widmet sich gerne dem Genre Alte Musik. Im Studium an der Musikhochschule Stuttgart studierte sie Orgel, Cembalo und Kirchenmusik sowie Alte Musik in Trossingen.

Die in Litauen geborene Künstlerin erhielt bereits mit fünf Jahren Klavierunterricht und absolvierte ein mehrjähriges Klavier-und Orgelstudium, bevor sie nach Deutschland übersiedelte. Basierend auf den Wurzeln russischer Klaviertradition entwickelte Julia Gillich-Naroschnaja eine große Vielseitigkeit, Musikalität und Ausdruckskraft. Seit vielen Jahren ist sie Organistin an der Evangelischen Nordgemeinde Stuttgart und konzertiert daneben in Deutschland, Frankreich, Russland und ihrer litauischen Heimat. Aalens Kirchenmusikdirektor Thomas Haller und die Evangelische Kirchenmusik Aalen widmen diese spezielle Marktmusik unserem Festival und der Barockmusik.

 

 

19.09.2020 L‘Arpeggiata

Christina Pluhar& Special Guests

 

Christina Pluhar (Laute, Harfe) und weitere Künstler*innen

 

Beginn 19:00 Uhr (Einlass 18:00 Uhr) Ostertag

Premium-Abendticket mit Sektempfang & Flying Buffet, 44 Euro (Beginn 17.30 Uhr)

Drei Mal ECHO-Ehren für Christina Pluhar und ihr Ensemble L ́Arpeggiata. Gemeinsam haben sie mehrere Alben aufgenommen, die allesamt ausgezeichnet wurden. Im Jahr 2000 gründete Christina Pluhar ihr eigenes Ensemble L ́Arpeggiata, mit welchem sie Publikum und Presse durch unkonventionelle Auftritte in der ganzen Welt begeistert.

Christina Pluhar wurde in Graz geboren. Nach ihren Studien der Konzertgitarre, der Laute und der Barockharfe in unterschiedlichen Ländern, erlangte Christina Pluhar auch das Diplom für Alte Musik. Seit 1992 lebt sie als freischaffende Musikerin in Paris und ist als Solistin und Continuistin mit verschiedenen Ensembles und Barockorchestern auf vielen Festivals zu hören. Seit 1999 unterrichtet sie eine Klasse für Barockharfe am Königlichen Konservatorium in Den Haag.

 

 

20.09.2020 "Abramo" - Oratorium von Pietro Torri

Moderne Welturaufführung

 

Beginn 19:00 Uhr (Einlass 18:00 Uhr) Ostertag

Solisten: Mark Adler (Abramo-Abraham), Julia Böhme (Isacco-Isaak), Annette Fischer (Sara-Sarai), Robert Crowe (L’angelo - Gottes Engel), Coro(Chor).

Freunde und Anhänger Abrahams: Sandra Röddiger (Sopran), Eddie Wolff (Tenor), Andreas Donner (Bass).

Ensembles: Palestra Musica und Lux et Umbrae

Verena Eggensberger* und Julia Unterhofer* (Violine, Viola), Daniela Wartenberg (Violincello), Vanessa Lorenz* (Violine), Sayaka Matsunaga* und Ralf Kurek (Cembalo),Michael Eberth (Dirigent, Cembalo und Organo*), Studierende an der Hochschule für Musik und Theater München.

 

Das große Abschlusskonzert des Festivals für Alte Musik #2 ist die moderne Welturaufführung von Pietro Torris Oratorium Abramo aus dem Jahr 1731. Pietro Torri war einer der größten Komponisten, welcher im 18. Jahrhundert München zu seiner musikalischen Heimat machte. Das späte Werk von Pietro Torri ist in vielerlei Hinsicht ein typisch italienisches, dramatisches Oratorium, welches er ein Jahr vor seiner Ernennung zum bayerischen Hofkapellmeister geschrieben hatte. Abramo enthält zwei Akte, die jeweils in einem großen Refrain enden. Mit vier hochkarätigen Solisten in den Rollen des Abraham, Isacco, Sara und Gottes Engel, einem erstklassigen Chor und Orchester, werden 14 Künstler*innen von Professor Michael Eberth angeleitet.

Die biblische Geschichte des Alten Testaments handelt im ersten Akt von Gottes Engel. Auf Geheiß Gottes soll Abraham seinen Sohn Isaak opfern. Isaak wird auf den Berg gebracht, während Abrahams Frau Sara bedrückt zuhause wartet. Der zweite Akt erzählt von Abrahams inneren Kämpfen, bevor in allerletzter Minute Gottes Engel zur Versöhnung aufruft. Abraham und Isaak kehren zu Sara zurück und loben gemeinsam Gott.

Stilistisch ist das Oratorium aber mit dem Pomp einer barocken Oper versehen. Gespielt wurden solche Oratorien mit geistlichem Inhalt üblicherweise in der Fastenzeit, da man trotz allem nicht auf das gesellschaftliche Beisammensein bei guter Musik verzichten wollte. Es wurden sogar Masken und Kostüme eingesetzt sowie Bühnenbilder angefertigt. Dabei gab es keinerlei körperlichen Bewegungen von den Sängern, da dies sonst als Schauspielerei hätte angesehen werden können. Das wäre zu jener Zeit eine Sünde gewesen. Wenn jedoch, statt der sonst in der Oper üblichen pikanten Göttergeschichten aus der Antike oder gar arkadische Schäfermotive, ein biblisches Thema aufgegriffen wurde, war den Anforderungen der Fastenzeit genüge getan. Nach einer aufwendigen Erfassung und Editierung des ursprünglich nur als Handschrift vorhandenen Notenmaterials (Dr. Robert Crowe) wird das Werk erstmals in Aalen seine Welturaufführung in einer modernen Fassung erleben. Die Dauer des Oratoriums beträgt etwa 2,5 Stunden (inklusive einer Pause).

 

 

Allgemeine Informationen

 

Tickets sind erhältlich an allen bekannten VVK-Stellen sowie online unterwww.reservix.de

Preise 25 € Normalpreis,14 € ermäßigt für Schüler*innen und Student*innen, Kinder bis 12 Jahre frei

90 € Festivalticket (gültig für alle Veranstaltungen, inklusive Premium Abendticket am 19.9.2020)

Eine Anmeldung für die jeweiligen Veranstaltungen ist notwendig (Platzreservierung).

Spielorte in Aalen:

Villa Stützel, Ulmer Straße 116

Stadtkirche Aalen, Innenstadt

Ostertag, Ulmer Straße 45

Parken: GSA - Gesenkschmiede Schneider

             Aalen, Ulmer Straße 112

 

 

InfoTel. 07361 8166777

info@villa-stuetzel.de

www.villa-stuetzel.de

 

Unterstützer: Kreissparkasse Ostalb

Medienpartner SWR2

 

 

Fotos: Privat, headshot, Ruhrtriennale Michael Uneffer-HD, Jan Nigges, Michal Novak-HD, Andrej Grilc, kul

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Aalener Kulturjournal