„Das Schmuckstück“ – französische Komödie im Theaterring Aalen

(pm) Mit dem französischen Theaterstück „Das Schmuckstück“ gastiert am 18. März 2020 die Badische Landesbühne Bruchsal im Theaterring Aalen. Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr in der Stadthalle Aalen. Karten dafür gibt es im Vorverkauf in der Tourist-Info Aalen oder unter www.reservix.de.

 

Pierre Barillet und Jean-Pierre Grédy gehören zu den weltweit berühmtesten Dramatikern des Boulevardtheaters. Der Intendant der BLB, Carsten Ramm inszeniert die Komödie, die 2010 mit Catherine Deneuve und Gérard Depardieu verfilmt wurde und große Bekanntheit erlangte.

 

Die Komödie erzählt mit viel Humor die Emanzipationsgeschichte einer Frau. Suzanne Pujol hat genug davon, lediglich ein „Schmuckstück“ ihres selbstherrlichen Mannes zu sein und mausert sich vom adretten Heimchen zu einer erfolgreichen Fabrikchefin und Politikerin. Suzanne und Robert sind seit 30 Jahren verheiratet, die Rollen sind klar verteilt. Er leitet die Regenschirmfabrik, die er von seinem Schwiegervater geerbt hat, sie führt den Haushalt, hat die beiden Kinder großgezogen und hält ihm den Rücken frei, damit er seine Karriere verfolgen kann. An Roberts Pascha-Allüren und seine ironisch-herablassende Poltrigkeit hat sich Suzanne über die Jahre gewöhnt, seine sexuellen Eskapaden schon lange durchschaut. Unzufriedenheit macht sich nun aber unter den Fabrikarbeitern breit. Sie treten in Streik, verlangen höhere Löhne sowie sozialere Arbeitsbedingungen. Robert ist jedoch nicht bereit, mit sich verhandeln zu lassen. Nach einem Handgemenge wird er gefangen genommen. Suzanne wendet sich hilfesuchend an den kommunistischen Bürgermeister Babin, den sie von früher kennt. Diesem gelingt es, den Unternehmer freizubekommen, er konfrontiert ihn aber gleichzeitig mit einer unsauberen Buchführung. Robert erleidet einen Herzanfall. Dass sein Sohn Laurent die Musikerin Floriane heiraten möchte, macht die Sache nicht besser; muss er doch annehmen, deren Vater zu sein! Während Robert zur Erholungskur geht, übernimmt Suzanne kurzerhand die Leitung der Firma und legt einen in der Fabrik bislang nicht gekannten, aber sehr erfolgreichen Führungsstil an den Tag. Sie steigert nicht nur den Umsatz, sondern schafft auch ein angenehmeres und sozialeres Betriebsklima. Schon bald ist Suzanne eine allseits geschätzte Führungspersönlichkeit. Als Robert von der Kur zurückkommt, überstürzen sich die Ereignisse: Seine Geliebte will nichts mehr von ihm wissen, Suzanne offenbart ihm ungeahnte Geheimnisse und denkt nicht daran, den Chefsessel je wieder zu räumen. Erst durch einen Komplott gelingt es Robert, seinen Posten wieder zurückzuerobern. Doch Suzanne gibt sich nicht geschlagen: Frauen und Männer müssen endlich gleichgestellt und die Welt gerechter und friedvoller werden!

 

„Das Stück spielt in den 1970er Jahren, verhandelt aber Themen, die noch heute aktuell sind“, so Regisseur Ramm. „Frauen sind immer noch unterrepräsentiert in Führungspositionen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Auch wenn sich in den letzten Jahrzehnten viel getan hat, ist die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern noch lange nicht erreicht.“ Ramm bringt die temporeiche Komödie über Emanzipation und Frauenpower mit einer kleinen Band und live gesungenen Chansons auf die Bühne. Das Publikum darf sich auf einen unterhaltsamen Theaterabend mit Tiefgang und französischem Esprit freuen.

 

Es wirken mit: Cornelia Heilmann, Stefan Holm, René Laier, Evelyn Nagel, Vivien Prahl, Tim Tegtmeier, Musiker: Mario Fadani, Lömsch Lehmann, Oliver Taupp, Inszenierung: Carsten Ramm, Musikalische Leitung: Mario Fadani, Bühnenbild: Ines Unser, Kostüme: Kerstin Oelker

 

Foto: Peter Empl

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Aalener Kulturjournal