Kulturreihe zum Thema "Umbrüche"

(pm) Im vergangenen Jahr hat sich die Aalener Veranstaltungsreihe mit Blick auf 30 Jahre Wiedervereinigung mit der Identitätssuche Ost- West beschäftigt. Im neuen Programm wird das Thema „Umbrüche“ weiter gefasst. Vorträge, Diskussionen, Film, Theater und eine Ausstellung setzen neue Akzente und beleuchten aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen. Wandel – Change - Umbruch.

 

Einen so mächtigen Umbruch hat die Corona-Pandemie mit Wirkung auf Politik, Demokratie, Wirtschaft und Gesellschaft verursacht. So beleuchten gleich mehrere Veranstaltungen in „Umbrüche“ die spezifischen Folgen der viralen Bedrohung.

 

Staatsminister a.D. Prof. Julian Nida-Rümelin weist in seinem Vortrag auf die Gefährdung der Demokratie hin. Konzeptionelle Defizite der repräsentativen Demokratie können zur Bedrohung werden. Hoffnung schöpft er aus dem demokratischen Idealismus: Bürgerinnen und Bürger seien fähig, nicht nur das Gute für sich selbst, sondern auch für die politische Gemeinschaft und für die Menschheit zu definieren. Der Vortrag von Prof. Nida-Rümelin wird vom November 2020 auf den 17. März 2021 verschoben.

 

Von Globalisierung, Digitalisierung, demografischen Wandel und Innovationsfähigkeit spricht Prof. Dr. Daniel Buhr am 12. Januar 2021 um 18 Uhr im KubAA. Der Leiter des Steinbeis Transferzentrums Soziale und Technische Innovationen und Hochschulprofessor an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät Tübingen, erläutert die sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Folgen dieser Transformationen. Welche Lehren sollten wir daraus ziehen?

 

Umbruch und/oder Resignation? Wie verändert Corona die Veranstaltungsbranche? Darüber unterhalten sich Tim Schleider, Ressortleiter Kultur der Stuttgarter Zeitung /Stuttgarter Nachrichten und Michael Russ, Geschäftsführer der Südwestdeutschen Konzertdirektion, Stuttgart am 28. Januar 2021 um 20 Uhr im KubAA.

 

Auch die 1968er Bewegung hat die Gesellschaft nachhaltig verändert: die Jugend rebellierte gegen verkrustete Gesellschaftsstrukturen, gegen die Große Koalition, die fehlende Auseinandersetzung mit der NS-Zeit, gegen den Vietnamkrieg und das verstaubte Hochschulwesen. Wie erlebte Aalen diesen Umbruch?  Stadtarchivar Dr. Georg Wendt gibt am 9. Februar 2021 in seinem bebilderten Vortrag unter dem Titel „Minirock meets Schübel“ einen Einblick in das Umbruchsjahr 1968 in Aalen. 

Dr. Mariana Tcholakova, Honorarkonsulin der BRD mit Sitz in Plodiv, Bulgarien, ist am 13. Februar zu Gast im KubAA. Sie berichtet, wie Plodiv 2019 Europäische Kulturhauptstadt wurde, welche Gründe es gab und was sich mit der Auszeichnung gewandelt hat. „Inspiration und Erwachen durch Kultur.“

 

In der Satire „Cordoba – das Rückspiel“ geht es um Vorurteile, Befindlichkeiten und das besondere Verhältnis zwischen Wessis, Ossis, Ösis. Auch Schwaben und Bayern bekommen in dem Einmannstück ihr Fett weg. Schauspieler Hans Piesbergen vom Theater Wahlverwandte spielt über 20 Figuren in 15 verschiedenen Dialekten. Karten gibt es unter www.reservix.de oder in der Tourist-Information Aalen.

 

Von Metamorphosen und Brüchen zeugt die Ausstellung von Hannes Möller vom 24. Februar bis 31. März 2021 in der Galerie im Rathaus Aalen. Die beiden Bilderzyklen „Brandbücher“ und „Aschebücher“ geben Einblick in eine beispiellose Zerstörung durch den Brand in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar 2004.

 

Zwei Filme runden das Programm ab: am 14. Februar zeigt das Kino am Kocher den Kinderfilm „Fritzi – Eine Wendewundergeschichte.

 

„Was gewesen wäre“, das Regiedebüt von Florian Koerner aus dem Jahr 2018 läuft am 10. Februar 2021 um 20.15 Uhr ebenfalls im Kino am Kocher. Karten sind unter www.kino-am-kocher.de erhältlich.

 

Das gedruckte Gesamtprogramm „Umbrüche 202/21“ liegt im Rathaus, der Tourist-Information und in öffentlichen Gebäuden der Stadt Aalen aus. Online ist das Programmheft unter www.aalen.de zu finden.

 

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Aalener Kulturjournal