Erschienen im Frankfurter mainbook-Verlag.                                         Der Titel: "Tödliche Triplette - ein Fall für Commissaire Julian".       Der Autor: Der aus Ellwangen stammende und längere Zeit in Aalen lebende Markus Hoffmann. 

 

Schauplatz: Breil-sur-Roya, ein kleines Dorf im Süden Frankreichs, 40 km von Nizza entfernt. Angeschwemmt wird die grauenvoll entstellte Leiche eines Ostasiaten, in dessen Kehle, wie sich bei der Obduktion herausstellt, sich ein Emaille-Schildchen befindet, das Truppenkennzeichen der Waffen-SS. Das Rätselraten über die Motive des Mörders beginnt. Die Presse ist alarmiert, der Staatsanwalt verlangt schnelle Ermittlungsergebnisse. Den Fall übernimmt Paul Julian, Hauptkommissar der Mordkommission Nizza. Der Leser erfährt nebenbei auch Privates über diesen leicht kauzigen Kommissar: Auf Flohmärkten verkauft er Olivenstecklinge in schön bemalten Benzinkanistern. Zudem ist er geschieden und gar nicht gut zu sprechen auf seine Ex.

Regionalakzente schaffen Atmosphäre: unter anderem der strahlendblaue Himmel Südfrankreichs,  Baguette, Croissants, ein Bouleturnier, bei welchem der einzige Zeuge, der den  Asiaten noch lebend gesehen hat, ermordet wird. "Triplette"- der Begriff , welcher dem Roman den Titel liefert, bedeutet übrigens im Boule eine Formation für drei Spieler; vielsagend für die Handlung.

 

Vergangenes wirkt in die Gegenwart

 

Ein realer historischer Kontext wird von einer fiktiven Welt umhüllt. Zwei Erzählstränge verknüpfen sich raffiniert miteinander: Die Geschichte des jungen SS-Mannes Peppel und seines Freund Otto, deren Weg aus dem Nachkriegsdeutschland von 1948 über Frankreich nach Indochina führt, wo sie als Fremdenlegionäre dienen.  Der zweite Erzählstrang, in der Gegenwart spielend, fokussiert sich auf den Plot um den Mord. Europol  wird eingeschaltet, Schwester und Vater des Ermordeten werden ausfindig gemacht. Mord und Motiv kommen im Laufe der Geschichte einander näher. Ein Verbrechen vor Jahrzehnten im fernen kolonialen Indochina begangen, ist der Schlüssel zum Geschehen. Der Fluch der bösen Tat wirkt nach wie vor weiter. Politik, Geschichte, Zeitgeschehen hinterlassen unauslöschliche Spuren im Leben  der Menschen.

Es scheint, als ob Krimis immer blutiger würden. Die Krimi-Expertin Margarete von Schwarzkopf, Jurorin der »Zeit«-Krimi-Bestenliste, meint: "Es ist eine Spirale, vor allem bei den Amerikanern und Skandinaviern sind regelrechte Konkurrenzkämpfe ausgebrochen, wer auf fiesere Tötungsmethoden kommt." Und Lars C. Schafft, Chef der Webseite Krimi-Couch.de, sagt: "Es gibt da ein gewisses blutiges Höher-Schneller-Weiter. Im Thriller reicht es nicht, wenn einfach nur ein Mord passiert, da muss schon noch was kommen, darum wird das immer kruder und abseitiger.  Es sei zunächst einmal ein simpler Marktmechanismus: Nicht so bei Markus Hoffmann. Bei ihm wird noch recht "altmodisch" gemordet; gleichzeitig  beweist er, dass ein Kriminalroman spannend erzählt sein kann, ohne im  Blut zu waten.

 

 

INFO

 

Markus Hoffmann

"Tödliche Triplette"

mainbook IDBN 978394644 13806

 

Interview mit dem Autor Markus Hoffmann

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Aalener Kulturjournal