"The 12 Tenors" in der Aalener Stadthalle

Ein Dutzend für ein Halleluja

(vS) Ein gut gemischtes Publikum pilgerte am ersten Weihnachtsfeiertag in die Aalener Stadthalle - Junge und Alte, viel Mittelalter, lässig in Jeans, fein gemacht in Abendrobe. Der Grund: ein Dutzend Tenöre. Schwergewicht dabei auf "Dutzend" liegend, denn mit den legendären Kollegen Pavarotti und Co verbindet allenfalls die Stimme, wenn auch mit qualitativem Unterschied. Auch weil die jungen Nachfolger der klassischen Tenöre dem Bell Canto populäre Hits aus Rock und Pop mit auf den Weg geben. Gewürzt mit einer vergnüglichen Portion Slapstick und Humor. Über 1000 Fans zeigten sich in der Stadthalle darüber hoch erfreut, boten doch "The 12 Tenors" 

eine Liedauswahl, die sich sehen, besser hören, lassen konnte. 

„Funiculí, Funiculá“, „La Bamba“, "Delilah" - die Musikalität der zwölf Jungs ist nicht zu überhören, wobei sie im Verlauf des Konzerts mühelos unterschiedlichste Musikgenres durchschreiten. Sie hangeln sich kaum eine Stilrichtung auslassend durch Oper und Operette, Pop und Rock. Deutscher, englischer und italienischer Cantus, gesamteuropäisch ausgeweitet, gespickt mit anglo-amerikanischen Zutaten, bestimmen den Abend. Musik und Gesang erweisen sich hierbei bestens arrangiert. 

Exzellente Livemusik  

Alles, was gesungen werden muss, wird auch gesungen. Auf brillante Weise und zwei volle Stunden lang schmettern die Troubadoure ihre Arien und Schlager, geben unablässig den Solistenstab an immer andere Kollegen weiter, formieren sich ab und an zu stimmmächtigen oder nur summend begleitenden Chören, forcieren den Rhythmus, so dass auch noch die Zuhörer in der allerletzten Reihe mit müssen.

Wie zwölf junge Männer, durchgestylt vom dunklen Anzug bis in die Spitzen ihrer glänzenden Lackschuhe mit einer musikalisch hochpotenten Show ihre Fans derart mitreißen können, ist an diesem Abend indes  ein offenes Geheimnis.

Als unentbehrlich erweist sich die dreiköpfige Liveband, die Hervorragendes leistet und deren Drummer für eine solch groovende Performance sorgt, dass selbst die Tenöre sich ab und an sputen müssen. Zweiter wichtiger Aspekt:

Eine fantastische Lichtführung, die die einzelnen Lieder farbig in Szene setzt, deren Inhalte visuell unterstützt, vergleichbar einer Choreographie, welche das sängerische Dutzend haarfein über die Bühne und durch die Show führt. Einfach perfekt! Der Schlüssel zum rauschenden Erfolg der "Zwölf Tenöre". Selbstredend auch die Stimmen der Künstler, wobei auffällt: Tenor ist nicht gleich Tenor. Mal höher, mal kräftiger, mal mehr Charakteristik, mal nuancenreicher. 

Der kleine grüne Kaktus will rock you!

Ideale Voraussetzung für die höchst unterschiedlichen Liedbeiträge. Angemerkt werden darf, der "Kleine grüne Kaktus" von den "Comedian Harmonists", die "Beatles"-Hits "Yesterday" und "Hey Jude" und Frank Sinatras "It´s my way" werden von den "12 Tenöre" auf Musicalsound weichgespült, in der Summe zu einer vergnüglichen Gute-Laune-Musik modelliert. Nichts, was die Zuhörer vermissen könnten: Michael Jackson, Freddie Mercury und Tom Jones,  "O sole mio", "Music was my first love" und "Auf in den Kampf Torero!"

 Apropos "Carmen". Hier beweisen die Zwölf richtig guten Humor, denn mit dem "tapfren Escamillo" erklingt: "Auf in den Kampf, Torero! Stolz in der Brust, siegesbewußt!" Und die zwölf Tenöre? Die marschieren im Gänsemarsch wie demnächst wieder der Elferrat auf die Bühne. Aber der Gesang ist bei allem Witz schlicht großartig. Ein Abend, der  sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird. Vielleicht auch, da die Tenöre zum Abschluss die Stadthalle nach allen Regeln der Kunst rocken lassen. Selbstredend mit "We will rock you!" 

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Aalener Kulturjournal