SÜDWESTGALERIE Niederalfingen

20 Jahre Abenteuer Kunst

Da flattert urlaubsbedingt - es sind bekanntermaßen noch Pfingstferien - Absage um Absage ins Haus und dann ist die Galerie bei der sonntäglichen Vernissage dennoch proppenvoll. Galerist Cyprian Brenner hätte sich eigentlich seine Sorgenfalten ersparen können, nicht nur weil seine Galerie über die Region hinaus bekannt, sondern weil eben auf die Kunstfreunde doch Verlass ist, zumal die Südwest-Galerie im beschaulichen Niederalfingen ihren 20. Geburtstag feiert. Auch im Nachhinein ist es kaum zu glauben, wie schnell Cyprian Brenner vor zwei Jahrzehnten mit nationaler und internationaler Kunst in der hiesigen Kunstszene Fuß fasste. Und mit welch trefflichem Gespür er sich als leidenschaftlicher Kunstsammler auch noch große Galeriestenschuhe überstülpte.

Höchst erfolgreich sei angemerkt. Das mag mit daran liegen, dass der Kauf und das Sammeln von Kunst im Gegensatz zum Investment in ein schnödes Wertpapier immer auch ein unvergleichliches Glücksgefühl beschert (das versteht freilich nur ein Kunstfreund), ganz abgesehen davon, dass ein möglicher Totalverlust so gut wie ausgeschlossen ist, behält doch ein profundes Kunstwerk eines ebensolchen Künstlers aller wie auch immer gearteten Marktentwicklungen zum Trotz einen gewissen Wert. Wobei der monetäre Aspekt denn doch eher nebensächlich ist, schließlich  ist bei Kunst die Sachinvestition eher zweitrangig, zumindest bei all jenen, die mit Herzblut sich der Sammelleidenschaft von Kunst verschrieben haben.

Hier kommt nun Galerist Cyprian Brenner ins Spiel. Als Fachmann, Berater und Kunsthändler. Ein notwendiges Trio, denn der Kunstmarkt ist alles andere als transparent und ist eben keine berechenbare Finanz- oder Rohstoff-Börse. Gut beraten ist deshalb, wer sich Rat beim Profi holt, zumal Brenner eben nicht nur seit 20 Jahren als Galerist tätig, sondern seit 35 Jahren auch als Sammler weiß, wovon er redet. Bei seiner Begrüßung zum 20. seiner Südwest-Galerie wollte er es mit Gaugin halten: Kunst ist "eine verrückte Suche nach Individualität".

Davon kann sich jeder überzeugen, der gen Galerie strebt. Bereits im Hof künden große Stahlskulpturen von einer nicht immer leicht zu verstehenden Kunstsphäre, die im Innern der Galerie in Plastiken und Bildern  Verstärkung findet. Eigentlich bedarf es weder Musik noch Reden, denn die 60 Arbeiten von 28 Künstlern sprechen für sich: Franz Baumgartners zeitenthobenes Landschaftportrait, Emil Cimiottis abstrahierte Figuren, Isa Dahls Farbwelten, Vera Leutloffs geometrische Abstraktionen, Andreas Welzenbachs Weltereignisse, um nur einige Wenige zu nennen. 

Aber sie stehen alle für Cyprian Brenners Ansage: "Ein Künstler muss mit seiner Kunst den Zeitgeist spiegeln." Und sie müsse die Zukunft vorwegnehmen, um sich bei einem Blick zurück zu fragen, ob die Ideen der Gegenwart adäquat aufgegriffen worden seien. Keiner dürfe in eine Schublade gesteckt werden. Offenheit müsse die Kunst ausstrahlen, wahrhaftig sein, mehr Fragen stellen denn Antworten geben. "Das macht die Kunst so interessant!" Aber nicht nur. Der Galerist kennt auch die Leiden seiner Zunft: Bilder aufhängen, Einladungskarten eintüten und - noch bevor die ersten Besucher kommen - den Hof fegen.

 

INFO

Von Anbeginn an stand die Nördlinger Kunsthistorikerin Dr. Sabine Heilig als Beraterin und Kuratorin zur Seite. Ihre Rede zur Ausstellungseröffnung findet sich hier!

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Aalener Kulturjournal