Malerei von Alois Schenk im Landratsamt und in der Kreissparkasse Ostalb  

Expressive Farbigkeit

Kein Zeitgenosse stellt derzeit im Aalener Landratsamt und in der Kreissparkasse seine Bilder aus. Schon die Art der Malerei verrät: Hier ist Kunst von einst zu sehen. Der Weg vom Kaiserreich zur Demokratie, der Faschismus, zwei Weltkriege - alles lag in der Lebenszeit des Gmünder Malers Alois Schenk. Seine Themen allerdings nicht. Zeitentrückt, widmen sie sich ganz klassischer Sujets: Stille Teilhabe an fünf Jahrzehnten vergangenen Lebens, gezeigt an Menschen und Landschaften. Ein Rückblick in expressiver Farbigkeit auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts.

130 Jahre wäre Alois Schenk dieses Jahr geworden. 1888  geboren, starb er 61jährig 1949. Bekannt wurde der Künstler vor allem als "kirchlicher" Maler. Schöne Beispiele seines Könnens finden sich im Chor der Pfarrkirche St. Cyriakus in Straßdorf (1914/15) und in der  Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Baienfurt (zwischen 1926/27 und 1931/32).

Sein zwischen 1919 bis 1922 geschaffenes Kreuzwegfries in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Röhlingen erlangte eine gewisse Berühmtheit, weil sich der damalige Rottenburger Bischof Paul Wilhelm von Keppler so echauffierte, dass Schenk die Arbeiten an dem Fries für anderthalb Jahre unterbrechen musste. Der Grund: Alois Schenks Kunst war seiner Zeit weit voraus. Seine Auftraggeber erwarteten den kirchlichen Normen entsprechenden Klischees. Schenk hingegen zeigt im Fries Christus als leidenden Menschen, der furchtsam dem Tod entgegen sieht. Ohne jegliche Überhöhung. Dafür gilt heute der Kreuzweg als bedeutendster avantgardistischer Wurf der kirchlichen Malerei in Württemberg.
Alois Schenk war aber nicht nur Kirchenmaler, sondern beschäftigte sich auch intensiv mit der Porträtmalerei, mit Stillleben und Landschaftsansichten, die sich teils an der Neuen Sachlichkeit orientierten. In den Räumen der Kreissparkasse sind hauptsächlich  Schenks Arbeiten zu sehen, die er 1930 bei einer Palästinareise mit Künstlerfreund Karl Stirner (Ellwangen) geschaffen hat.

 

Die Ausstellung ist bis 26. Oktober 2018 zu sehen.

Mona Weingart spielte bei der Vernissage  Kompositionen von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch.

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Aalener Kulturjournal