"Klassisches Russisches Ballett" tanzt "Schwanensee"

Ballett der Ballette

So ergreifend schön wie mit dem krönenden Pas de deux in der „scene finale“ des Balletts „Schwanensees“ kann der Widerstreit von Macht und wahrer Liebe sicherlich kaum besser dargestellt werden. Wobei allein schon Peter Tschaikowskys symphonische Musik Romantik pur verspricht, zumal mit Blick auf das Ballett alle schwärmerischen Sehnsüchte dieser Welt bedingungslos erfüllt werden. Zumindest wenn die Aufführung sich als so schön erweist, wie die in der Aalener Stadthalle. Das Moskauer "Klassische Russische Ballett" hatte im Rahmen seiner Europatournee dazu eingeladen. Eine Offerte, die sich Ballettbegeisterte generationenübergreifend nicht entgehen lassen wollten, wobei die weibliche Dominanz unter den Zuschauer nicht zu übersehen war.

So ergreifend schön wie mit dem krönenden Pas de deux in der „scene finale“ des Balletts „Schwanensees“ kann der Widerstreit von Macht und wahrer Liebe sicherlich kaum besser dargestellt werden. Wobei allein schon Peter Tschaikowskys symphonische Musik Romantik pur verspricht, zumal mit Blick auf das Ballett alle schwärmerischen Sehnsüchte dieser Welt bedingungslos erfüllt werden.

Zumindest wenn die Aufführung sich als so schön erweist, wie die in der Aalener Stadthalle. Das Moskauer "Klassische Russische Ballett" hatte im Rahmen seiner Europatournee dazu eingeladen. Eine Offerte, die sich Ballettbegeisterte generationenübergreifend nicht entgehen lassen wollten, wobei die weibliche Dominanz unter den Zuschauer nicht zu übersehen war.

„Schwanensee“ bedeutet immer farbenreich instrumentierte Musik und faszinierender Tanz. Peter Tschaikowskys Ballett gilt als die Inkarnation des klassischen Balletts, dessen Fans sich geradezu an den Ballerinen im weißen Tutu ergötzen, insbesondere wenn die Eleven im bläulichen fahlen Mondlicht am verträumten See zu innigsten Gefühlen inspirieren.

Der Künstlerische Leiter Hassan Usmanov bescherte eine überaus bemerkenswerte Choreographie, die das Märchenhafte dieser außergewöhnlichen Ballett-Aufführung gar zu melancholischer Elegie zu steigern wusste, zumal die einzelnen Szenen zeitentrückt aufeinander folgten, um einem wahrhaft kontemplativen Empfinden Raum zu geben. Usmanov wählte aus diversen Varianten jene "Schwanensee"-Version, in der Odettes und Prinz Siegfrieds Liebe den Bann des Zauberers Rotbart hat brechen können. 

 

„Schwanensee" – das sind  in der Aufführung der Moskauer Compagnie fein abgestimmte phantasie- wie variationsreiche Kostüme, höchst atmosphärische Bilder und vergnügliche Tanzszenen.

Allerdings sollte bei dieser Inszenierung niemand an den Klassiker mit Margot Fonteyn und Rudolf Nurejew oder die der St. Petersburger Ballettkompanie denken. Um deren Klasse zu erreichen, fehlt es den Eleven - bei aller Perfektion - an absoluter Souveränität und artifizieller Ausdrucksfähigkeit, sei es beim  Pas de cinq, Danse des coupes, Valse des Corps de Ballet.

Das darf freilich mit Blick auf den Gesamteindruck, aus dem sich immer wieder die Solisten durch überzeugenden Tanz hervorhoben, als marginal betrachtet werden. Schönes Beispiel: der feinsinnige, pirouetten- und fouettesreiche Pas de deux zu Tschaikowskys ergreifendem Violinsolo.

Mit traditionellen Schrittkombinationen, Arabesken und Hebungen spiegelt die Compagnie anmutige Bewegungen von Schwanenhals und Flügelschlag, um hierüber die bezaubernde wie ergreifende Geschichte der Selbstfindung des jungen Prinzen sowie die märchenhafte, der in einen Schwan verzauberten Prinzessin, in poetisch-romantischen Bildern zu erzählen - kapriziös wie hingebungsvoll getanzt.


 

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Aalener Kulturjournal