"Für dein Wohl und für dein Glück / Hebt zum Himmel sich mein Blick"

Die Bedeutung von Kleindenkmalen

Aus unserer Kulturlandschaft sind sie eigentlich nicht wegzudenken: die Kleindenkmale. Spaziergänger und Wanderer treffen sie vor allem entlang der Wege in Wald und Flur - auch in urbanen Räumen finden sie sich. Als wichtige Bestandteile unserer Kulturlandschaften sind Kleindenkmale von besonderer Bedeutung - im besiedelten Bereich und genauso in Wald, Feld und Flur. Sühne- und Gedenksteine, Grenzsteine, Bannsteine, Steinkreuze Unglücksmale und und und...

Sie können, so sie gehäuft auftreten, gar den Charakter eines Landstrichs wesentlich mitbestimmen und charakteristische Elemente darstellen. Allerdings haben solche Kleindenkmale Zweck und Bedeutung in den zurückliegenden 100 Jahren verloren. Sie fristen nur noch ein Schattendasein, weshalb ihre Existenz heute bedrohter denn je ist. Stichwort: Straßenbau, Landwirtschaft und neue Baugebiete. Hinzu kommen  natürliche Alterungsprozesse infolge von Wind und Wetter, selbst Diebstahl ist ein Faktor.

Aus unserer Kulturlandschaft sind sie eigentlich nicht wegzudenken: die Kleindenkmale.Spaziergänger und Wanderer treffen sie vor allem entlang der Wege in Wald und Flur - auch in urbanen Räumen finden sie sich. Als wichtige Bestandteile unserer Kulturlandschaften sind Kleindenkmale von besonderer Bedeutung - im besiedelten Bereich und genauso in Wald, Feld und Flur. Sühne- und Gedenksteine, Grenzsteine, Bannsteine, Steinkreuze, Unglücksmale und und und .

Sie können, so sie gehäuft auftreten, gar den Charakter eines Landstrichs wesentlich mitbestimmen und charakteristische Elemente darstellen. Allerdings haben solche Kleindenkmale Zweck und Bedeutung in den zurückliegenden 100 Jahren verloren. Sie fristen nur noch ein Schattendasein, weshalb ihre Existenz heute bedrohter denn je ist. Stichwort: Straßenbau, Landwirtschaft und neue Baugebiete. Hinzu kommen  natürliche Alterungsprozesse infolge von Wind und Wetter, selbst Diebstahl ist ein Faktor.  Kleindenkmale verschwinden, und niemandem fällt es auf: Aus den Augen, aus dem Sinn. Beim Denkmalschutztag werden sie deshalb in den Mittelpunkt gerückt, um sie vor dem Vergessen zu bewahren. Die beiden Aalener Heimatforscher Lotte und Werner Hertle haben sich besonders um diese oft so unscheinbaren alten Denkmale verdient gemacht. In ihrem  2004 erschienen Buch "Sühne- und Gedenkkreuze im Ostalbkreis" haben sie den Versuch unternommen, möglichst viele dieser Objekte aufzuzeigen, zu registrieren und die jeweilige Bedeutung zu erforschen. Beim zurückliegenden  "Tag des offenen Denkmals" stellten sie das Gedenkkreuz an der Verbindungsstraße zwischen dem Aalener Birkhof und Unterkochen vor.

Ihr Ausgangspunkt, die Inschrift "Für dein Wohl und für dein Glück / Hebt zum Himmel sich mein Blick".

Damit gedachte einst Anton Balle seiner 1855 verstorbenen Frau Katharina. Im Laufe der zurückliegenden 150 Jahre wurde der Bildstock immer wieder einmal von seinem Standort zwischen den beiden alten Eschen entfernt. Zuletzt 1998. Das Schicksal vieler anderer Bildstöcke schien endgültig auch dem Katharina Balle gewidmeten teil zu werden. Hätte sich nicht das Ehepaar Hertle auf die Suche nach dem alten Sandstein begeben. Auf dem Hof der Balle-Nachkommen fanden sie ihn, allerdings in einem erbärmlichen Zustand. Wind und Wetter haben unübersehbar an ihm genagt, der Abtransport von seinem angestammten Platz ebenfalls. Wie der Bildstock wieder zu neuem Glanz und zurück zwischen die beiden Eschen kam, schilderte Werner Hertle beim Tag des offenen Denkmals:

"Im Januar 2005 begann in Aalen eine denkmalpflegerische Aktion, die sich bis zu ihrem glücklichen Abschluss bis in den Mai des folgenden Jahres hineinziehen sollte. Mehrmals war das Projekt "Bildstock bei den Birkhöfen" - zwischen Aalen und Unterkochen gelegen - gefährdet. Nur dem festen Willen aller Beteiligten ist es zu verdanken, dass dieses vielleicht unbedeutend erscheinende Flurdenkmal wieder erstellt werden konnte. Bildstöcke und Flurkreuze haben einen hohen religiös-geschichtlichen Dokumentationswert und zeugen von einer bewegten Vergangenheit und Gegenwart. Man nimmt an, dass die Bildstöcke und Flurkreuze aus frommer Erbauung errichtet wurden. Sie sind erkennbar an der Anrufung der Heiligen, durch Erflehen eines Gebetes für die armen Seelen, durch fromme Ermahnungen und durch Huldigungen. Name des Stifters und Erstellungsjahr fehlen bei diesen Denkmalen in den seltensten Fällen.

Auf der Suche nach dem seit 1998 abgegangenen Bildstocks bei den Birkhöfen wurden wir nach vielem Nachfragen fündig. Nach mehrmaligen mutwilligen Beschädigungen durch Unbekannte hatte Josef Balle (Birkhof) den Bildstock sichergestellt. Dafür gebührt ihm der besondere Dank. Damit waren die Herkunft und der Ort der Zwischenlagerung des Bildstocks geklärt, nicht jedoch der Weg, der zur Wiederaufstellung führt. Dieser Weg gestaltete sich als äußerst steinig. Allen Beteiligten war klar, dass vor einer Aufstellung eine Renovierung erfolgen musste. Ziel sollte es sein, den Bildstock an seinem angestammten Platz auf historischem Boden wieder aufzustellen und weitgehend vor zukünftigen Beschädigungen zu sichern.

Im Oktober 2005 übertrug Rudolf Kaufmann, Leiter des Grünflächenamtes der Stadt Aalen, diese Aufgaben dem Steinrestaurator Rolf Fuchs, nachdem verschiedene andere Versuche, den Bildstock zu retten, aus unterschiedlichsten Gründen fehlgeschlagen waren. Die Restaurierung erfolgte in den Wintermonaten 2005/2006.  Für diese Arbeiten waren 3.700 Euro nötig. 800 Euro konnten als Spendengelder eingesammelt werden.

Im Frühjahr 2006 wurde der Bildstock wieder aufgestellt. Die feierliche Übergabe am 18. Mai 2006 erfolgte durch den damaligen Oberbürgermeister Martin Gerlach und Ortsvorsteher Karl Maier. Umrahmt wurde die
Veranstaltung durch Darbietungen von vier Alphornbläsern des Musikvereins Unterkochen. Das Kleindenkmal konnte somit an seinem angestammten Platz in der freien Landschaft erhalten werden. Eine gutgemeinte Unterbringung an einer anderen Stelle wäre widersinnig gewesen. Schließlich steht auch dieser Bildstock unter dem besonderen Schutz des Staates. Das baden-württembergische Denkmalschutzgesetz spricht sogar von einer Pflicht zur Erhaltung. Es legt ferner fest, dass ordnungswidrig handelt, wer ein solches Kulturdenkmal zerstört oder beseitigt, in seinem Erscheinungsbild beeinträchtigt oder aus der Umgebung entfernt. Um diese Kleindenkmale ranken sich viele Sagen und Geschichten. Auch diese müssen wir erhalten. Schließlich wäre unsere Zeit ärmer ohne diese Geschichten, auch wenn sie nicht immer erfreulich sind.

Es ist höchste Zeit, den Kleindenkmalen insgesamt eine gebührende Aufmerksamkeit durch ihre Einbeziehung in Erforschung und Erhaltung zu widmen. Denn in der Gegenwart sind sie stark gefährdet, da sie unmittelbarer Bestandteil einer von Menschen gestalteten Landschaft sind, in der sie einst als zwar nüchtern zweckbestimmtes, aber andererseits ungemein belebend erscheinendes Element aufgestellt worden sind."

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Aalener Kulturjournal