Kalmus - Acorus calamus

Der Kalmus ist eine eher unauffällige Sumpfpflanze, die an Teichrändern und an langsam fließenden Gewässern zwischen Röhricht und Schilf gedeiht. Kalmus liebt basenreiches und mäßig stickstoffreiches warmes Wasser; er wird bis zu 1,5 m hoch. Der Blütenkolben bringt kleine grüne Blüten hervor, die allerdings bei uns nicht zur Reife kommen. Die Vermehrung ist vegetativ über den Wurzelstock. Dieser kriecht unterirdisch und wird bis zu 3 cm dick. Eben dieser Wurzelstock enthält ätherisches Öl, Asarone sowie Gerb-, Schleim-, und Bitterstoffe. Kalmus zählt zu den aromatischen Bittermitteln und wirkt bei Magen-, Darm- und Gallebeschwerden. Er hilft gegen Appetitlosigkeit und regt allgemein den Verdauungstrakt an. Insbesondere bei Magen- und Darmbeschwerden, die ihre Ursache in einer Störung des vegetativen Nervensystems haben, hilft der Kalmus besonders gut. Kalmustee bereitet man wie folgt: 2 Teelöffel (etwa 3 g) der Wurzel wird mit 1/4 Liter heißem Wasser übergossen und danach 15 Minuten ziehen lassen. Nach dem abseihen soll der Tee lauwarm getrunken werden. Da die Asarone leicht giftig wirken können, sollte der Tee nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden und auch nicht in der Schwangerschaft. Kalmus wurde früher oft in Bauerngärten gehalten, gerade wenn diese an einem Bach lagen. Von dort ist die Pflanze vielfach verwildert.

Kalmus wurde bereits im 7. Jahrhundert v. Chr. verwendet, was altpersische Schriften belegen. Seine Heilwirkung war aber auch in Indien und China seit alters her bekannt. Von Alexander dem Großen wurde die Pflanze aus Indien in die Türkei gebracht und kam von dort aus 1560-1570 durch Matthiolus, dem Leibarzt Kaiser Ferdinands I, nach Europa. Der Apotheker und Botaniker Tabernaemontanus (1520-1590) schreibt: “Es bekommet der Calmus gar dem schwachen, blöden Magen, ..., zu Pulver zerstossen/oder klein zerschnitten/und stätig davon geessen. In Wein gesotten/und davon getruncken/bekommt wohl der kalten Leber/und dem Milz/eröffnet dieselbige/erwärmet den Magen/vertreibet die Harnwinde und das Grimmen”

Der botanische Gattungsname Acorus leitet sich vom griechischen ákoros, dem Namen einer aromatischen Wurzel ab. Der Artname calamus ist gleichlautend mit dem lateinischen Wort für Rohr und Schilf und verweist damit auf den Wuchsort.

Kalmus war früher auch als deutscher Ingwer bekannt, man nannte ihn auch Magenwurz, Brustwurz, Kalms und Schwertheu.

Foto: Uwe Lochstampfer
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Aalener Kulturjournal