Am 9. August 1942 wurde  Edith Stein im KZ in Auschwitz-Birkenau   ermordet 

"Die Welt besteht aus Gegensätzen. Letzten Endes wird aber nichts bleiben von diesen Kontrasten. Die große Liebe allein wird bleiben.”

Heute vor 75 Jahren am 9. August 1942 wird die Philosophin, Frauenrechtlerin und katholische Nonne Edith Stein in Auschwitz ermordet. Sie gehört zu der ersten Generation von Frauen, die freien Zugang zum Universitätsstudium haben. 1911 beginnt sie in ihrer Heimatstadt Breslau das Studium der Psychologie, Philosophie, Deutsch und Geschichte, wechselt 1913 nach Göttingen, wo sie bald zu dem Kreis um den einflussreichen Philosophen und Mathematiker Edmund Husserl gehört. Bei ihm promoviert sie und bekommt 1916 in  Freiburg eine Assistentenstelle. Als Jüdin versagt man ihr nach Hitlers Machtergreifung die Habilitation. Edith Stein kommt aus einer jüdischen Familie. Nachdem sie ihren "Kinderglauben" verloren hat, wendet sie sich nach einer Phase, in der sie sich als "ungläubig" bezeichnet, dem Katholizismus zu und lässt sich 1922 taufen nach einer gründlichen Beschäftigung mit  der Biographie der Teresa von Avila. Ab 1923 ist sie als  Lehrerin  an der Schule der Dominikanerinnen von St. Magdalena in Speyer tätig; in Reden und Schriften  engagiert sie sich für die Emanzipation der Frauen.

1931 verlässt Edith Stein Speyer.  1938 flieht sie, inzwischen in Köln in den Karmelitinnen-Orden einge­treten, nach Holland. Als 1940 die Niederlande von deutschen Truppen besetzt werden, ist sie auch dort nicht mehr sicher. Nachdem die katholischen Bischöfe Hollands in  einem Hirtenbrief gegen die Juden­verfolgung protestieren,  werden 1942 holländi­sche Katholiken jüdischer Herkunft verhaftet. Darunter Edith Stein.

Auf dem Transport in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau hält der Zug auf dem Bahnhof in Schiffer­stadt.  Edith Stein kann einen Zettel auf den Bahnsteig werfen, auf welchem  Grüße an die Schwestern des Klo­sters St. Magdalena zu lesen sind. Wenige Tage später wird Edith Stein ermordet.

1998 wird Edith Stein in Rom heiliggesprochen und 1999 zur Patronin Europas ernannt.

Im Kloster St. Magdalena in Speyer kann man auf Spurensuche gehen. In zwei vormaligen Klassenzimmern, in denen Edith Stein unter­richtet hat, ist ihr Lebens- und Leidensweg von Breslau nach Auschwitz dokumentiert. In der Taufkapelle des Domes ist 1990 eine Edith-Stein-Gedenkstätte eingerichtet worden.

Ihr Gedenktag in der katholischen Kirche: der 9. August.

 

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Aalener Kulturjournal