Prof. Dr. Ilona Koutny erhält den 16. Esperanto-Kulturpreis

Eine Sprache für alle

Zum 16. Male wurde am Samstag im Aalener Rathaus der mit 3000 Euro dotierte Aalener Esperanto-Kulturpreis vergeben. Die FAME-Stiftung zur Förderung internationaler Verständigungsmittel und die Stadt Aalen zeichneten heuer die an der polnischen Universität Posen lehrende Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Ilona Koutny mit dem Preis aus. Musikalisch eröffnete Felix Kogel mit Domenico Scarlattis  Sonate 141, eine Komposition, die auf  Harmonie und Technik setzt, symbolkräftig mit Blick auf esperantistisches Wirken.

Esperanto, die Kunstsprache, die Plansprache, die nach dem Willen ihres Konstrukteurs enge nationale Grenzen und unterschiedliche Muttersprachen vorurteilslos überwinden soll, um so Menschen verschiedenster Kulturen friedlich zusammenzubringen. In Zeiten des Internets eine ideale Voraussetzung, zumal Esperanto weder sprachliche noch grammatikalische Hürden kennt. 

In seiner Begrüßung erinnerte Oberbürgermeister Thilo Rentschler daran, dass Aalen längst zum Mekka der Esperantisten geworden sei, insbesondere durch die in der Ostalbstadt engagierte Esperanto-Gruppe. Zudem sei Aalen seit 1989 Sitz der einzigen deutschen Esperanto-Bibliothek. Diese wurde bereits 1908 von Dr. Albert Schramm in Dresden gegründet. Nach dem Mauerfall übersiedelte die Bibliothek mit rund 10000 Büchern an den Kocher. Mittlerweile stehen rund fünf Mal so viele  in den Regalen der Stadtbücherei. Die Sammlung unterstreiche den weltoffenen Charakter der Esperantoidee, den sich die Stadt zu eigen gemacht habe, heißt es seitdem ganz offiziell.

Esperanto wurde als „Lingvo Internacia“ (internationale Sprache) im Jahr 1887 von Dr. Zamenhof, alias Dr. Esperanto, erstmals in die Öffentlichkeit gebracht. Aufgrund der einfach strukturierten Grammatik ist die Sprache im Vergleich zu anderen schnell erlernbar. Die beste Voraussetzung, Esperanto in den verschiedensten Lebensbereichen anzuwenden, beispielsweise auf Kongressen, im Tourismus und im Internet. Es gibt selbstverständlich auch Literatur und Musik in Esperanto. Zudem können Esperantisten längst auf ein weltweites Netzwerk zurückgreifen.

Bei der Preisverleihung lobte Laudator Peter Zilvar die Verdienste der aus Ungarn stammenden Professorin, die in  Budapest Mathematik, Französische Philologie, Esperantologie und Linguistik studierte. Bereits in den 1980iger Jahren habe sie auf dem Gebiet der Informatik zur Sprachsynthese geforscht. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit seien Lern- und Übersetzungsprogramme gewesen.

Die FAME-Stiftung selbst wurde 1988 gegründet. Ihr Name „FAME“ geht auf die Anfangsbuchstaben des Stifters Franz Alois Meiners zurück, der als Stiftungsziel die internationale Völkerverständigung in den Focus stellte.

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Aalener Kulturjournal