Unduzo begeistert Essinger Publikum

Vergnügliches zu lauer Sommerzeit

Ein bisschen neue Welle, ein wenig Romantik und ein Hauch Zeitkritik, das ist "Unduzo". Vor allem ganz viel "á cappella" bringt das Freiburger Ensemble auf die Bühne der Essinger Schlossscheune, verlässt sich doch das Quintett ganz und gar auf mundgemachte Musik. Auf reinen vergnüglichen Gesang, waschecht und ohne Playback-Attitüden. Selbst der unterschwellig brummende Bass und die teils heftigen wie lauten Schlagzeugbeats kommen alle unmittelbar von den Stimmbändern. Nichts Neues, doch die Fünf unterscheiden sich von anderen A-cappella-Gruppen dadurch deutlich, dass sie ihre Lieder in eine entsprechend umfängliche wie launige Moderation einbinden.

Die Kulturinitiative Essingen setzte am Freitagabend mit solcherart unterhaltsamer Musik den Schlusspunkt unter die zu Ende gehende Saison, wobei Vorstand Dr. Rainer Lächele bereits auf die kommende verwies, die erneut mit einem A-cappella-Ensemble beginnen wird und zwar mit dem aus Adelmannsfelden stammendem "Comedia Vocale". Während sich diese allerdings nach der Musik der 1930er und 1940er Jahre orientiert, spielt  "Unduzo" mit den Rhythmen der 1990er Jahre aufwärts.

"Liebeslied", "Eine neue Zeit", "Gigolo" - wiedererkennbare Melodien und ansprechende Texte - mal nachdenklich, mal humorig. In Essingen haben die Fünf das Publikum bereits mit dem ersten Lied auf ihrer Seite. Vielleicht auch, weil sie sich so fabelhaft darauf verstehen, die Zuhörer unmittelbar mit einzubeziehen, zum lauten Mitmachen und Mitsingen zu animieren. Das sorgt von Anbeginn an für gute Laune und allerbeste Stimmung. Dazu dieser unverwechselbare Mix aus A-cappella-Gesang und Comedy. Nahtlos geht beides ineinander über, verquickt Lied- mit Sprechtext. Alles ohne Frontmann. Die Rollen wechseln, mal moderiert jener, mal jene. Das wirkt frisch, lässt keine Langeweile aufkommen, wobei Julian Knörzer als passionierter Beatboxer immer wieder den Rhythmus vorgibt und mit seiner Stimme für erstaunliche wie überraschende Percussion-Performances sorgt. Beispielsweise bei den Sound-Effekten, an denen sich erneut das Publikum beteiligen darf, sei es beim Geräusch eines Düsenjets, bei jenen, die einen Waldspaziergang oder einer verpatzte Fußball-WM akustisch erlebbar machen.  Hier mit einstimmen zu können, begeistert das Essinger Publikum. Der Dreh- und Angelpunkt des Vokalensembles. Aber darauf scheint das Publikum auch regelrecht gewartet zu haben. Über zwei Stunden hält diese Bühnenpräsenz an, Schlag auf Schlag folgen treffliche Musik und amüsante Lieder. Linda Jesse, Julian Knörzer, Cornelius Mack, Patrick Heil und Richard Leisegang sorgen so für einen famosen Saisonabschluss und für die Vorfreude auf den Saisonauftakt im kommenden Herbst.

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Aalener Kulturjournal