Galgenberg Festival Teil 2   

Gallow Mountain Express & Vereinsorchester 

"Schlaflos in Aalen" - was auch immer der Untertitel des diesjährigen Galgenberg Festivals zu bedeuten hatte, eins war auf jeden Fall unübersehbar, so mancher Nachtschwärmer rieb sich beim Festivalteil zwei übernächtigt die müden Augen. Schließlich ging das "Schwoba Speschl" vom Vortag bis tief in die Nacht. Jetzt also Teil zwei. Tradition war angesagt und die ist bei diesem OpenAir wichtiger als alles andere. Und erfolgreicher sei angefügt, denn gefühlt strömte halb Aalen auf den Platz beim einstigen Gaskessel, um zwei Dinge zu tun: klasse Musik  hören und das Vereinsorchester der Kulturfreunde Galgenberg erleben. 

Hinter den Akteuren dieses ganz besonderen Vereinsorchesters stehen die musikalischen Lokalmatadore aus der Region, die local heroes, die dem  OpenAir sowohl eine spezielle Note wie auch ein Alleinstellungsmerkmal verleihen. Eine unverzichtbare Notwendigkeit angesichts der „Flut“ an Freiluftveranstaltungen, die sich in den letzten Jahren rund um die Wendezeit Juli-August drängeln. Das Aalener Galgenberg Festival hebt sich aus diesem Musikantenauflauf schlichtweg als der eigentliche Ostalb-Geheimtipp heraus.

Geheimtipp zurecht, denn mit dem Vereinsorchester erklimmt ein bunt zusammengewürfelter Haufen aus Profis und Amateuren die Bühne. Allesamt musikalische Akteure mit höchst bekannten Gesichtern, die eigentlich in Verbindung mit Bands wie den Stumpfes, der Ex-Cockerband, Tightrope, Opportunity, Dannemann Hausband, Beatles Band, Voicechords, Live ‘n’ Nature, Barline5, Homebelly Groove, Flying Penguins und - wie sie sonst noch heißen oder hießen - gebracht werden.

Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die  Jungen

Auf der sich daraus ergebenden stilistischen wie musikalischen Vielfalt beruht seit Festivalurzeiten der alljährliche Erfolg dieses markanten Konzertteils, bei dem es trotz Besucherandrangs immer wieder gelingt, eine überaus lässige wie familiäre Atmosphäre zu schaffen. Immer nach dem Motto: Musikspaß für jeden.

Noch eine unverzichtbare Anmerkung: Was den alten „Musikerhasen“ sichtlich Vergnügen bereitet, kann den jungen nur recht sein, weshalb bereits 

vor vielen Jahren Timo Schaal ein quirliges Jugendvereinsorchester initiierte, das unter dem Namen "Gallow Mountain Express" regelmäßig als Opener fungiert. Chef des Jugendvereinsorchesters ist derzeit Christian Steiner, der dafür sorgt, dass die Jugend denn auch tatsächlich klasse Musik nach der bewährten Devise „Be Happy“ abliefert. Dabei stehen den Frischlingen insbesondere aktuelle englischsprachige Hits zur Verfügung. Und wer ihnen alle Jahre wieder mit Vergnügen lauscht, weiß: Die werden immer besser und können´s mittlerweile so gut wie die 

Altgedienten. Populärer ausgedrückt: Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die  Jungen.

Beim Festival dreht es sich allerdings die Reihenfolge um. Noch während der "Mountain Express" seinen verdienten Beifall bekommt, drängen schon die Großen zum Zwitschern. Das Vereinsorchester ist an der Reihe. Matthias Kehrle steht als Kapellmeister vor. Und wie immer sind viele bekannte Gesichter aus allen wichtigen lokalen beziehungsweise  regionalen Szenebands mit von der Partie. Für sie ist das Festival eine spaßige Session, für die Fans zudem eine fabelhafte Partytime, bei der Mitklatschen, Mitsingen und Tanzen angesagt ist. 

Musik und Lebensfreude im Bundle 

Dafür garantieren nicht nur die im fliegenden Wechsel auf der Bühne agierenden Musiker, sondern auch die bluesigen bis rockigen Ohrwürmer, populäre Balladen von einst und jetzt, präsentiert in einem überaus groovenden wie fabelhaften Vereinsorchestersound.

Ob Chuck Berrys Oldie „Sweet little sixteen" oder das von Petra Niko, Sängerin bei den Flying Penguin, so temperamentvoll gesungene "Hey (Nanana)". Musik, die begeistert und Partystimmung garantiert. Mitfeiern ist angesagt und selbst die noch in den zurückliegenden Jahren nur spärlich genutzte Tanzfläche füllt sich heuer schneller als gedacht. 

Die Bandbreite der Musik ist so riesig, wie die Musiker höchst unterschiedlich sind.  So wandelt  Axel Nagel mit "Revolution" auf Dr. Johns Spuren, "Dave" ist wieder "on the road again" und mit ihm so manch ein Hit von gestern. Ganz oben an auf der Galgenberg-Chartliste rangieren in der Publikumsgunst solcherart Gassenhauer, die unter anderem von Sonja Felkel, Ralf Meiser, Flex Flechsler, Axel Nagel und Walter Belge prächtig ins Mikrofon gesungen werden. Mal ganz dicht am Original, mal in einer famosen Vereinsorchester-Version, aber immer als zuverlässiger Stimmungsmacher par excellence.  

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Aalener Kulturjournal