Galgenberg-Festival

Schlaflos in Aalen - Das Schwoba-Speschl

1800 Musikfans wollten am zweiten Abend des  Aalener Galgenbergfestivals "Los Lobos" und deren legendäres "La Bamba" hören. Und natürlich noch viel mehr. Der erste Abend, nein, die erste Nacht, gehörte allerdings traditionel dem Vereinsorchester  und dessen berühmt berüchtigtem Schwoba-Speschel, dem eigentlich auch der Aufkleber "skrupellose Hausmusik" - die Aalener wissen warum - gut stehen würde, wäre dieser nicht bereits von anderen Aalener Musikern besetzt. So bleibt den ungezähltenAkteuren auf der Bühne als Adjektiv am besten gleich das Cluster "kolossal, phänomenal, grandios und und und" als Ehrenbekundung. Das hat freilich einen guten Grund. Nicht nur, da sich hier die zurecht bekanntesten Musiker der Stadt und Region sozusagen die Klinke in die Hand geben, sondern weil sie es heuer zum 19. Male so fabelhaft verstehen eine Party zu geben, bei der schlicht und einfach alle Partygänger musikalisch blendend bedient werden.

Ganz gleich ob Teeny, Twen oder 30 plus, 40 plus, 50 plus und dazu und all diejenigen darüber hinaus. Sie finden sich in einem mitreißenden Musikreigen wieder, dessen Spannweite zwar von Rock und Pop bestimmt wird, doch ab und an auch darüber hinausgehen darf. Vor allem zeigen die Musiker hierbei ihre individuellen Vorlieben und ihr Können , sei es Walter Belges Gitarrenriffs bei Jimi Hendrix´ "Foxy Lady" oder Marcel Hafners urige Interpretation von Adriano Celentanos "Una Festa sui Prati"

Da dürfen alle 800 Vereinsorchesterfans gerne "… una bella compagnia / panini, vino un sacco di risate" weitersingen, denn genau das findet sich an diesem Abend auf dem Gelände des ehemaligen Gaskessels, Und vielleicht deshalb machen sie auch mit Celentanos  "ma che bella giornata / siamo tutti buoni amici" weiter.  Das eigentliche Versprechen mit Zukunft, denn vor dem eigentlichen Vereinsorchester, war die Jugend an der Reihe - der musikalische Nachwuchs. Der belegte schon fast so vehement wie die Alten: "Mit uns könnt ihr rechnen!" Vorerst haben sie das Publikum in Schwung gebracht, auch wenn ab und an dessen heftiges Stimmengewirr den Sound der Youngsters zu übertönen drohte.

Festgehalten werden darf, aus dem einstmals kleinen Galgenberg Festival im Hof der Grünbaum Brauerei entwickelte sich in 19 Jahren ein außergewöhnliches Open Air, das mit all den vielen Freiluftveranstaltungen rings um die Aalener Bucht nicht vergleichbar ist, hat es sich doch eines ganz besonders bewahrt: die schon fast intime Atmosphäre aus der Gründerzeit, die beim Wechsel aufs Gaskesselgelände bewahrt werden konnte.  Was auch daher rührt, dass man (gefühlt) jeden einzelnen Festivalbesucher zu kennen glaubt. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass Aalen eben doch ein Dorf ist. Freilich nur auf die Musikszene bezogen. Nach 32 Hits, viel stürmischem Beifall, heißem Flammkuchen und mehr, warten in einer endlos scheinenden Nacht noch zwei Zugaben auf die Festivalgäste. "Shout" und "Shallow". Beides runden die Party glänzend ab und erweisen sich zugleich als Einladung für den zweiten Teil des Galgenbergfestivals eben mit "Riders Connection", dem Quartett “Good Men Gone Bad” und dem Hauptact "Los Lobos".

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Aalener Kulturjournal