Irmgard Sofie Wetzel: Ausstellung im Ostertag Restaurant

Impulsiv, expressiv und doch von leichter Hand

Die Aalener Künstlerin Irmgard Sofie Wetzel zeigt im Ostertag-Restaurant ihre Sicht auf die Kunst. Bilder, wie sie besser nicht hätten gemalt werden können, um den Backsteinwänden mit ihrem Vintage-Charme ein farbiges i-Tüpfelchen aufzusetzen. Eines aus Leidenschaft, denn mit selbiger steht die Künstlerin vor der Leinwand, um mit Pinsel und Acryl ihr Inneres auf der Leinwand zu visualisieren.

Ein sehr persönlicher Prozess, dem Vernissagerednerin Ines-Mangold-Walter einen hohen Empfindungs- und Emotionsgrad bescheinigt, der als Metapher für Irmgard Wetzels Gefühlswelt verstanden werden könne. Farbe sei dabei immer wieder ihr Mittel der Wahl, um expressive von einer höchst virulenten Gefühlswelt zu berichten. Eine klassische in heiterem Gelb, eine feurige in Rot- und Orangetönen. Ines Mangold-Walter ordnet die Farbpalette, gibt den von dynamischen Linien durchkreuzten Flächen einen Sinn, indem sie Eigenschaften zuordnet: Blau für Zurückhaltung und Distanz, Grün für Gesundheit und Hoffnung, Rosé für Geborgenheit und Optimismus.

"Diese Aufzählung ließe sich beliebig fortführen, vor allem bezogen auf die hier ausgestellten Arbeiten, denn Irmgard Sofie Wetzels farbliche Palette ist von einer immensen Vielfältigkeit geprägt und es scheint, wie wenn nahezu das gesamte Farbspektrum, das einer Malerin zur Verfügung steht, ausgeschöpft wird." Ein Grund, warum die Bilder so glänzend zum Industriedesign der alten Ostertag-Fabrik passen,  warum sie so "impulsiv und sehr expressiv"(Mangold-Walter) auf den Betrachter wirken. Mit dazu bei trägt nicht nur die schiere Größe der Arbeiten (zwei auf ein Meter sind der Schnitt), sondern auch, dass sich die Künstlerin primär auf die Farbe konzentriert, dass sie bewusst unbewusst einen geometrischen Aufbau aus Diagonalen und Horizontalen in einem Meer asymmetrischer Flächen wählt und zugleich alle Elemente miteinander "verspannt". So entsteht eine bemerkenswerte Flächen- wie Raumwirkung, obwohl die Malerin auf starke Kontraste verzichtet. Wenig asketisch hingegen die Anzahl der Farbschichten, die übereinandergelegt Irmgard Sofia Wetzels Kunst Tiefe und Raumwirkung geben. Im Ergebnis eine Kunst, die ergründet werden wolle, so Ines Mangold-Walter. 

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Aalener Kulturjournal