Eine Tradition mit Bestand: Jazz Lights Frühschoppen

Iris & Friends servieren Dixie und Swing

(AK) Oberkochen. Sonntagmorgen. Schneeweiß die Landschaft, viel Schnee auf dem Vorplatz der Leitz-Werkshalle. Fleißige Leitzianer räumen die weiße Pracht zur Seite, haben doch die Jazz  Lights hierher zum Frühschoppen gebeten. Noch während in der Halle die Zapfsäule fürs kühle Bier angeschlossen, die Weißwürste abgekocht und der dazugehörige Kartoffelsalat schüsselweise angerichtet wird, sorgen die Musiker derweil für den letzten Soundcheck. "Iris & Friends" wollen die Besucher mit Dixieland und Swing erfreuen. 

Allen Wetterkapriolen zum Trotz kommen die Jazzfreunde höchst zahlreich. Im Nu sind die Bierbänke besetzt, die Stehtische ebenso und all jene, die sich vielleicht nur ein Viertele gönnen, streben zielsicher die Stuhlreihen vor der Bühne an.

Während Bas Toscani das Kornett greift und Nick van den Bos am Klavier Platz nimmt, zupft Rob Veenhuizen leicht den Bass und Pim Toscani gibt am Schlagzeug schon einmal den Rhythmus vor. Unverkennbar Swing. Bereits die ersten Akkorde bringen Bewegung ins Publikum, den einen reicht ein Lächeln, andere schwingen locker das übergeschlagene Bein. 

Die Gespräche an den Tischen reduzieren sich zu Hintergrundgeräuschen, der Dixie schlägt hingegen unüberhörbar das "American Songbook" auf. Eine gediegene, kontemporäre Musik erklingt, die mit jedem Beitrag dem jazzigen "Mainstream" ein Stück näher rückt. Man muss die Titel nicht kennen, doch die Melodien sind vielen längst in Fleisch und Blut übergegangen. Man versteht sie einfach, fühlt sich wohl beim Zuhören und freut sich über die Sängerin, die hinzukommt. Gerade eben noch saß Iris Zang im Publikum, doch nun singt sie mit warmer dunkler Stimme das unvergessliche " 'It´s Wonderful, 's marvellous you should care for me! 's awful nice, 's paradise, 's what I love to see."

Für die einen gehört ein frisch gezapftes Bier dazu, manche bevorzugen einen Roten. Die Weißwürste nicht vergessen! Auch hier scheiden sich die Geister, wie Jörg Stockinger weiß. "Die Bayern zutzeln die Weißwurst, Schwaben essen sie mit der Haut." Ein Blick in die Runde gibt ihm recht. Nicht nur das gehört zum "Jazz Lights"-Frühshoppen, auch die künftige Fortentwicklung des Jazz Events deutet Leitz-Geschäftsführer Jürgen Köppel an. Der erste Schritt sei die Gründung der Jazz Lights GmbH gewesen, betont er. Nun komme es darauf an attraktive Musikprogramme zu entwickeln und nach entsprechenden "Locations" Ausschau zu halten. Bei letzteren setzt er auf die Ortskenntnisse seiner Oberkochener Mitbürger. "Wir suchen einen Raum, der die Atmosphäre der alten Jazzclubs spiegelt, in dem Jazz auf entsprechendes Feeling treffen kann."

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Aalener Kulturjournal