Jazz Lights Oberkochen: INCOGNITO

Bluey auf der Suche nach besseren Zeiten

"Thinking about Tomorrow"? Bitteschön! Mit dieser Art von Musik sind alle Wege in die Zukunft aufs Beste geebnet, zumal die Jazz-Formation diesbezüglich eine fast 40jährige Erfahrung vorweisen kann. Mit dem etwas verschleiernden Namen "Incognito" bedachte Bandgründer , Gitarrist und Sänger Jean-Paul `Bluey´ Maunik seine Jazzer, die eigentlich aus dem legendären Soullager der 1970er Jahre kommen. Doch das ist eben lange her, und da Bluey ein sicheres Gespür für musikalische Innovationen und Entwicklungen hat, schwamm er mit seinen Musikern immer obenauf, ohne sich jedoch krampfhaft an irgendeine Strömung zu klammern. Die Grundlage für die Erfolgsgeschichte der Band.

Bei den Oberkochener Jazz Lights - zuvor bereits in Las Vegas und San Francisco, danach in London und Zürich (!) - bringt Bluey alles auf den Tisch. Seine Lebensgeschichte, so man seiner anekdotenreichen Erzählung Glauben schenken darf, seine musikalischen Vorbilder wie Santana und Aretha Franklin, seine Gigs überall auf der Welt. Die Musiker untermauern solide sein Geplauder mit einem jazzigen Reigen, den sie unter  die Losung „In Search Of Better Days“ stellen.

Nahezu zwanzig Titel, denen nicht nur Blueys Gitarrenspiel, sondern vor allem auch die Sängerinnen wie Imaani, Vanessa Haynes und Katie Leone an Mikrofone - es könnten auch Mo Brandis oder Natalie Williams gewesen sein, denn bei "Incognito" hat nur ein Bandmitglied Bestand: Jean-Paul `Bluey´ Maunik. Was vertraut klingt, ist die Musik, der Klang der frühen Jahre, als Soul und Unmittelbarkeit gefordert waren. Das Direkte, Empathische. Der scharfe Bläsersatz im Kontrast zu den entspannten Gitarrenriffs, die starke Percussionfraktion und der durchdringende Bass. Alles summiert sich im und steigert sich zum Incognito-Sound, der indes so verblüffend lässig wie chillig herüberkommt. Mit eingewobenen Ausreißern, mit "Good Love" als funkige Jazzspielart und "As" als soulige. Bluey spricht gerne vom Acid Jazz, wenn er "Incognito" den daraus erwachsenen Dancefloor-Rhythmus unterschiebt. Zum Bedauern manch eines Jazz-Lights-Besuchers, denn - wie der Name besagt - Dancefloor ist eben nichts für Saalbestuhlung. "Chair-Movie" schmunzelt Bluey. Und die jüngere Generation in der hinteren stuhlfreien Zone schmunzelt mit, denn hier darf nach Herzenslust zu "Don´t you worry ´bout" mitgetanzt werden.

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Aalener Kulturjournal