Jazzfest: Curtis Stigers und die SWR Big Band

Hooray for Curtis

Der New Yorker Curtis Stigers servierte im "Petite Bellvue" gefühlvoll exzellente Songs und Balladen und erwies sich dabei zu Recht als Musiker erster Klasse, der mit seinem Jazz vom Feinsten eine kurzweilige Bühnenshow gestaltete.

Beifall brandet auf, als Stigers die Bühne betritt. Dunkler Anzug, weißes Einstecktuch. Stigers braucht nicht viel, um das Publikum zu gewinnen. Unverzichtbar indes seine Stimme, mit der er ohne Umschweife und zur Freude der Frank- Sinatra-Fans "I've got you under my Skin" singt, ein zweideutiges "Come fly with me" 

nachschiebt und auch die gemütliche Hymne aller Lounges nicht vergisst: „Hooray for Love“. Zwischen seinen Songs plaudert er, scherzt, erinnert an wilde Zeiten, kehrt aber bereits nach wenigen Sätzen zu seiner Leidenschaft Jazz zurück, mal singend, mal kurz das Saxophon anspielend, aber immer erstklassig begleitet von der SWR-Big Band.

Der Jazz ist ihm auf den Leib geschrieben. Er schließt die Augen in kuscheligen Stimmungslagen, steigert die Mimik in dramatisch klingenden Passagen, kommt am Ende meist zum ruhigen Ausgangspunkt zurück. 

Curtis Stigers erweist sich als absoluter Glücksfall für das Genre. Insbesondere da er hier seine kräftige, sonore, manchmal leicht gepresste Stimme auf mannigfache Weise entfalten kann und die unterschwellig „rauchige“ Note den gewissen Kick beisteuert.

Wer zuvor den anderen Jazzfest-Konzerten lauschte, für den wurde der Gegensatz zu Curtis Stigers´ Musik deutlich. Stigers hebt sich ab durch famos vorgetragene Songs in oftmals überraschend sparsamen Arrangements, die durch Präsenz und interpretatorische Dynamik glänzen. 

Vor allem sein Gesang garantiert ihm die Sympathie des Publikums wie auch seine Fähigkeit, unermüdlich einem vielschichtigen und sich stets wandelnden Stil zu frönen, aus dem die Musik der Pop- und Jazzklassiker herauszuhören ist, ohne  zum Abklatsch zu werden. Dafür lieben ihn die Fans. Dafür schenkt er ihnen zum kubanischen Cha-Cha-Cha sein "Secret Heart".

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Aalener Kulturjournal