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Jessica Rühmann stellt im Aalener Landratsamt aus

Nicht suchen! Finden!

Die Aalener Grafikerin Jessica Rühmann bietet bei ihrer am vergangenen Donnerstag eröffneten Ausstellung im Aalener Landratsamt Einblicke in ein munteres wie lebensfrohes Kunstverständnis.

Mit den Worten eines der ganz Großen - Pablo Picasso - möchte Jessica Rühmann ihre Arbeiten umschreiben: "Das Geheimnis der Kunst liegt darin, dass man nicht sucht, sondern findet." Mit Blick auf die im Aalener Landratsamt ausgestellten Bilder, darf man gerne ein Ausrufezeichen folgen lassen und das Ganze noch mit "Kunst als Bühne der Freiheit" unterschreiben, denn diese Freiheit gönnt die Aalener Künstlerin sowohl ihren Werken als auch deren Interpretation durch das Publikum.

 

Bei der Vernissage zeigt sich Landrat Dr. Joachim Bläse denn auch zu recht voll des Lobes. Zumal die gezeigt Kunst das Potential habe, die Angst vieler Menschen vor der Kunst zu nehmen. Jessica Rühmann gibt ihren Bildern dafür eine gewisses Quäntchen Heiterkeit mit auf den Weg, etwas unterschwellig Beschwingtes und Lebensfrohes. Pastellene Farben, raumgreifende Flächen, kreisende Linien - die Kunst des Positiven scheint ihr Metier zu sein. Ihr Lauchheimer Künstlerkollege Paul Groll lässt grüßen.

Was sie mit Acryl und Kreide in übereinander geschichteten Konstellationen auf die Leinwand bringt, wirkt zwar zunächst aufgeräumt, doch durchaus auch ein wenig rätselhaft. Jedoch nur auf den ersten Blick. Beim zweiten greift des Betrachters Phantasie bereits ordnend ein, schafft sich so einen Weg  zur eigenen Wertung, bei der eben nicht die Künstlerin die Richtung vorgibt. Jeder könne und solle diese selbst bestimmen, betont Jessica Rühmann.

Die Entstehung eines Bildes sei zwar ein höchst persönlicher schöpferischer Akt, ein teils langwieriger Prozess, dessen Ende indes nie ganz komme, der aber gleichwohl immer zu einem inhaltlichen Ergebnis führe.

"Für mich ist dieses eindeutig und klar. Dennoch lege ich großen Wert darauf, dass jeder selbst einen individuellen Zugang zu einer eigene Interpretation findet." Die Künstlerin gibt freilich gerne Hilfestellung, indem sie ihren Arbeiten hinweisende Namen verleiht: "Menschenkinder", "Corona", "Wasserlilie". 

Viel Leidenschaft legt Jessica Rühmann in ihre Kunst, gewährt ihr Zeit zu reifen, sich zu entwickeln, um so beim Betrachter ausnehmend positive Emotionen zu erzeugen. Dafür trägt sie Farbschicht um Farbschicht auf die Leinwand, übermalt bei Bedarf erneut, greift auch gerne mal zur Spachtel, um am Ende dem

jeweiligen Kunstwerk mit dem Kreidestift das eigentliche Leben einzuhauchen. Mit Kreisen, Schnörkeln, Linien, stört sie den vermeintlichen  Gleichklang der Flächen, hebt sie jedoch zugleich hervor, schafft Tiefe und Raum. Unruhe kommt mit ins Spiel, gleichwohl dominiert Harmonie. Alles auffallend abstrakt, dennoch ein wenig figurativ. In den  Arbeiten glaubt man viel zu erkennen, ohne Eindeutiges zu sehen. Von Jessica Rühmann so gewollt. Sie legt sich nicht fest, gibt nichts vor, ermöglicht dank poetischer Handschrift heitere Gedanken voller Hoffnungen und Träume.

 

INFO

Jessica Rühmann

Konturen

17.09. - 04.11.2021

Landratsamt Aalen

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Aalener Kulturjournal