Pfingstkonzerte der Jungen Philharmonie Ostwürttemberg

Was für ein Ort! Es riecht nach Sommer, Sonne und Urlaub. Da überrascht es nicht, dass einige junge Leute auf den Stufen sitzen und plaudernd in die Sonne blinzeln. Es sind die Streicher der Jungen Philharmonie Ostwürttemberg (JPO), die es sich im Schlosshof der Kapfenburg gut gehen lassen. Zu recht, denn seit dem Vormittag musizieren sie und werden dies noch bis in die Nacht hinein tun. Noch eine Woche lang proben sie an diesem schönen Fleckchen Ostalb, um am ersten Juni-Wochenende mit ihrem diesjährigen Pfingstkonzert durch die Region zu touren.

Doch nun ist die Mittagspause vorbei, Orchestermanager Bernhard Schwarz ruft zur Arbeit in

den Trude-Eipperle-Rieger-Saal.

Ein bisschen Streicher-Kakophonie zum, Einstimmen, während Chefdirigent Uwe Renz Notenblätter richtet, kurz mit den Solistinnen Marie Humburger und Mona Weingart ein paar knifflige Passagen aus Richard Gallianos "Tango pour Claude" bespricht. Marie bläst in das Saxofon, Mona fügt den typischen Akkordeonsound hinzu. Und schon gibt es einen kleinen Vorgeschmack auf ein großes Ereignis, auf das sich viele Musikfreunde in der Region bereits freuen, denn die Konzerte der Jungen Philharmonie Ostwürttemberg (JPO) sind seit 1995 Garant für erstklassige Musik.

 

Beim diesjährigen  Pfingstprojekt spielt die JPO allerdings im "Kleinformat", sitzen doch beim Konzert "nur" 50 Musiker - statt wie im vergangenen Sommer über 90, auf der Bühne. Der Grund: Das Orchester der 13- bis 26jährigen, durchweg Landes- und Bundessieger des Wettbewerbs "Jugend musiziert", schrumpft schul- beziehungsweise ausbildungsbedingt im Frühjahr. "Die übliche Fluktuation", so Uwe Renz. "Bis zum diesjährigen Sommerkonzert steigt die Zahl der Musiker dann wieder um mindestens ein Drittel." Apropos Bundessieger: Marie Humburger

holte sich vergangenen Woche in der Endrunde des Bundeswettbewerbs mit glatten 25 Punkten den Sieg. Besser geht´s nicht!

Solche Musiker braucht die JPO, denn die Proben gestalten sich nicht immer einfach. "Wir üben von morgens zehn Uhr bis abends 21 Uhr. Das würde kein Profi auf sich nehmen. Doch die JPOler sind durchweg hochmotiviert", erklärt Uwe Renz. Auf der Kapfenburg absolviert sein Orchester in wenigen Tagen, was sonst dem Pensum von zehn Wochen entspricht. Und: "Ein Orchester benötigt in der Regel ein Jahr, um seinen Klang zu finden, die JPO schafft dies in deutlich kürzerer Zeit!"

Bis jetzt übten die einzelnen Abteilungen für sich, nun holt Renz alle zusammen. Auch die beiden Solistinnen sind jetzt mit von der Partie. Gerade arbeiten sie sich an Franz Schuberts transparenter "Sinfonie Nr. 6 C-Dur" ab, die nicht nur der zahlenmäßigen Besetzung wegen "Kleine C-Dur-Symphonie" genannt wird, sondern die auch ein wenig zwischen sinfonischem und kammermusikalischem Anspruch changiert. "Die Komposition hat etwas Mozartisches an sich", meint Renz vielversprechend.

Nicht minder das "Saxophonkonzert in Es-Dur Op. 109"von Alexander Glasunow, bei dem Marie Humburger als Solistin; eine Komposition, bei der lyrische  und melancholische Passagen mit tänzerischen Motiven wechseln. Mona Weingart interpretiert nachfolgend die breit angelegten Kadenzen in der "Symphonie Fantasy und Allegro" des Dänen Ole Schmid. Zum Abschluss gibt es dann noch ein besonderes Schmankerl, eben Gallianos Tango. Für Bernhard Schwarz bringt diese Musik ein überraschendes Moment in das Konzert, weil Akkordeon und Saxophon so gar nicht die typischen Soloinstrumente bei solch einem Konzert seien.

INFO:

Konzerttermine

Schwäbisch Gmünd, Stadtgarten: 2. Juni (20 Uhr)
Aalen, Stadthalle: 3. Juni (18 Uhr)

Heidenheim, Waldorfschule: 8. Juni (20 Uhr)

Ellwangen, Evangelische  Stadtkirche:10. Juni (18 Uhr)

 

 

Karten unter www.jpo-w.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen der Tourist-Info Aalen, Ellwangen, Heidenheim und Schwäbisch Gmünd sowie an der Abendkasse.

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Aalener Kulturjournal