Festival Schloss Kapfenburg

Paddy was here!  

Die Kelly-Family geistert nach all den Jahren noch immer durch die Musiklandschaft, meist audio vom CD-Player zwar, aber so warmherzig wie eh und je. Doch manchmal taucht der eine oder andere auf den Bühnen der Republik live auf.  So wird Angelo Kelly Anfang September in Aalen ein OpenAir bestreiten, Bruder Michael war hingegen bereits jetzt beim Kapfenburg Festival zu sehen und zu hören.

Wer hätte das erwartet. Da kommt der Kleine der legendären "Kelly Family", gemeint ist Michael Patrick Kelly, zum Festival auf die Kapfenburg und die halbe Ostalb kommt (gefühlt), um mit dem Sänger eine große Party zu feiern. 

Die zweite Überraschung, die eigentlich keine ist, statt der erwarteten Backfische drängeln sich vor der Bühne ehemalige Teenies, die mittlerweile (selbstredend nicht alle) unübersehbar gen Schwabenalter gehen. Wie ihr Star, der inzwischen ebenfalls die 40 erreicht hat. Davon ist bei seiner Show aber nichts zu spüren. Agil, jugendlich, frisch serviert er sich als Sänger, Gitarrist und Performer, schlägt ab und an auch mal vergnügt auf die Percussions.

Seine Fans sind davon mindestens ebenso begeistert wie er vom Ambiente der Burg, was er sogleich verklärt unter dem Jubel des Publikums eingesteht. Solch offen eingestandene Gefühlsausbrüche kommen gut an, selbst wenn er sich beim "Golden Age" im Text verhaspelt. Doch Kelly ist Profi, er überspielt, liefert rasch als plausible Erklärung, seine Freude auf der Kapfenburg singen zu dürfen. Jubel, Beifall und der nächste Kelly Hit.

Dann der geniale Rückgriff auf alte "Family"-Zeiten, die ihn, so man dies aus seiner Moderation heraushören mag, nie verlassen hat, geschweige denn verlassen wird. Allerdings mit der eindeutigen Warnung an die besonders freudetrunkenen Fans ob der Musik nicht in Hysterie zu verfallen. Berechtigt, denn schon mit der ersten Zeile, I wish I had your pair of wings - Ich wünschte, ich hätte dein Paar Flügel", kennt die Begeisterung keine Grenzen mehr. Melodie und Text des über drei Jahrzehnte alten Hits scheinen bei den Zuhörern fest eingebrannt, es wird mitgesungen, die Arme geschwenkt, viele wiegen sich im Rhythmus der Musik.  Danach gibt es kein Halten mehr. Auch mit den neuen Liedern halten die alten "Kelly-Family"-Zeiten Einzug. Alle sind hin und weg. Nicht nur der Musik wegen. Kelly ist schlicht ein begnadeter Entertainer, der mit Musik und Moderation blendend unterhält. Als Dank hallt ihm sein Kosename „Paddy“ entgegen.

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Aalener Kulturjournal