Kleinkunst-Treff Aalen

"Concerto humoroso duo" mit Gogol und Mäx

Wer sich tatsächlich auf ein "Concerto grosso" freute, hat die Einladung zu diesem Kleinkunst-Abend in der Aalener Stadthalle missverstanden. Die Musik entsprach - Mozart, Beethoven und Chopin zum Trotz - mehr einem "Concerto humoroso", denn die beiden Künstler Gogol und Mäx kleiden und geben sich als Musikclowns. Unübersehbar! Gemeinsam gestalten sie mit Tempo, Witz, akrobatischer wie musikalischer Virtuosität eine vergnügliche Show, in der Klassik und Comedy auf eine außergewöhnliche Art zusammengeführt werden. 

Wenn die musikalischen Protagonisten Gogol und Mäx heißen, spricht dies nicht unbedingt für Ernsthaftigkeit. Dass die Beiden aber zu einem Allegro furioso der besonderen Art ausholen würden, hat vermutlich doch niemand erwartet. Die meisten Zuschauer wussten, was ihnen bevorsteht, die ersten Lacher gab es bereits beim Erscheinen auf der Bühne. Allzu viel Musik stand übrigens nicht auf dem Konzertprogramm, dafür gab es unendlich viele Variationen an Musikinstrumenten, einschließlich deren akustische Bearbeitung. 

Die beiden Musikclowns sorgten mit geistreichem wie herzhaftem Humor und mit hohem musikalischem wie artistischem Können für eine ausnehmend intensive Bühnenpräsenz, die von einer nicht enden wollenden Flut immer neuer Einfälle lebt. Das Angenehme an diesem Abend, die musikalische Comedy schob sich nie in Richtung zusammenhangloser Slapsticks, sondern wirkte durchdacht und blieb durchgängig anspruchsvoll. Von Langeweile konnte bei der rasant dargebotenen Artistik, Akrobatik und Clownerie keine Sekunde die Rede sein. 

Gogol und Mäx gaben sich höchst amüsant als gegensätzliche Individualisten.  Pianist Gogol kommt ganz klassisch im schwarzen Frack auf die Bühne, mit viel Pomade in den Haaren, akkurat gescheitelt, immer bereit mit Bach-Büste und Pianoforte die Fahne der Alten Musik hochzuhalten. Kompagnon Mäx hingegen ist alles andere als ein hehrer Beethoven-Jüngling. Sein schlabbriges Hosenträgerbeinkleid, der silbergrau mähnige Langhaarkranz und überdimensionierten Schuhen, weisen ihn als den Spaßmacher par excellence aus. 

Er ist der geborene Schelm, der genial erfinderische Konzertpartner, der dem eitlen Maestro Gogol die Bühnenpräsenz streitig macht. Ob bei Chopin oder Mozart - beide entwickeln mit- und gegeneinander ein Concerto furioso nach dem anderen. Aus wohltemperierten Akkorden entwachsen Kaskaden irrsinnigster Harmonien, die schönsten Etüden werden zu clownesken Paraphrasen. Gogol und Mäx - schon fast ein Synonym für Musik, Theater, Akrobatik und Comedy vom Feinsten. 

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Aalener Kulturjournal