Konzert mit dem Mailänder Ensemble Duomo

Tutto Morricone

Mit "Tutto Morricone" ist das Konzert in der Aalener Musikschule überschrieben. Eigens aus Mailand sind Germana Porcu (Violine), Elena Miliani (Flöte), Antonello Leofreddi (Bratsche), Marcella Schiavelli (Cello) und Roberto Porroni (Gitarre) angereist, um auf  faszinierende Weise ganz besondere kammermusikalische Leckerbissen zu servieren. Von einem Komponisten mit klingendem Namen: Ennio Morricone.

Wer nun an rauchende Colts, Clint Eastwood und galoppierende Pferde denkt, liegt genau richtig, denn  das Ensemble Duomo widmete sich par exellence grandioser Filmmusik.  Kaum einer, der diese Musik nicht kennt.  Doch niemand muss Fan des Italo-Westerns sein, schließlich haben die Morricone-Soundtracks längst die Grenzen des Genres verlassen, um den Weg in die Konzertsäle zu finden.

Mit verblüffenden Arrangements, wie "Duomo" beim Konzert in der Musikschule beweist.  Da bedarf es keiner berüchtigten Maultrommel á la "Per qualche dollaro in piu". Doch was Arrangeur Roberto Porroni in seiner Version belassen hat, ist das unverzichtbare Timbre einer weitschweifenden Musik, die vor dem geistigen Auge so rasch die bekannten Filmsequenzen aufsteigen lässt. Dazu bei trägt nicht zuletzt die Instrumentalbesetzung, die melancholischen  Saiteninstrumente und der typische Klang der Querflöte, der - die Panflöte ersetzend - einen seiner Höhepunkte bei "C´era una volta in America" und bei "Mission" findet.

Immer wieder auffallend, die sanfte Melodieführung, die bei "Duomo" meist die Gitarre übernimmt, ab und an im Wechsel mit den anderen Instrumenten.  Auffallend auch, wie das Quintett eloquent mit Morricones Vorliebe für "Weniger ist mehr" umzugehen weiß, wie es rhythmisch unverzichtbare Akzente setzend die leisen Töne regelrecht inszeniert.

Druckversion Druckversion | Sitemap
Aalener Kulturjournal