Grundsteinlegung: Jetzt geht´s los!

„Aalen, hier Aalen – nächster Halt: Kulturbahnhof!“  

Feucht riecht es. Wie in einem Altbau eben. Doch dies solle einmal anders werden, verspricht Aalens Oberbürgermeister Thilo Rentschler. Nach seiner Zeitplanung bereits in zwei, maximal in drei Jahren. Denn dann soll in dem alten Gebäude wieder frischer Wind wehen, schließlich wollen Aalens größte und bedeutendste Kulturinstitutionen mit gepackten Koffern vor der Türe stehen, um die Einweihung des Kulturbahnhofs zu feiern.  Vor der 25 Millionen Euro Investition  darf noch unter backsteinernem Gerippe vom kommenden Kristallisationspunkt kreativen Schaffens geträumt

werden. Nach langer Planungsphase ist nun der Grundstein gelegt. Ganz hochoffiziell und unter den Blicken überraschend vieler interessierter Bürger sowie Vertretern und Prominenz aus Wirtschaft, Stadt-, Land und Bundespolitik und der Kirchen. Und wie es sich für solch eine künftige Kultureinrichtung gehört, eröffnen Kulturakteure die Veranstaltung - Musik kommt von der Städtischen Musikschule (Städtisches Orchester und Aalener Jugendkapelle; Leitung Chris Wegel), während Arwid Klaws (Theater Aalen) via Megaphon lautstark die Richtung vorgibt:  „Aalen, hier Aalen – nächster Halt: Kulturbahnhof!“ 

Aalens KuBa ist keine Insel mehr

Bundesweit ist derzeit zwar viel von Jamaika die Rede, doch OB Rentschler bezieht sich auf eine ganz andere Insel, auf Kuba. Besser KuBa geschrieben, denn das Kürzel sei der Arbeitstitel der Planer für den Kulturbahnhof. Griffig wie einprägsam und vermutlich nicht mehr aus der Welt zu schaffen. Dafür werde KuBa  für ein wunderbares Projekt an historischer Stätte stehen, so der OB. Vielleicht auch, da Fidel Castros tatsächliches Inselreich wie das alte Eisenbahnareal über 150 Jahre lang, auch noch zu Zeiten des Baustahlgewebe-Unternehmens, wie ein abgeschottetes Eiland mitten in der Stadt gelegen habe. 

Mit dem nun in Angriff genommenen Kulturbahnhof öffne sich das Quartier und stehe als „Signal für die prosperierende Stadt Aalen“. Dass OB Rentschler an die dafür notwendigen Kosten erinnerte, war angesichts der anfänglich heftigen Auseinandersetzungen folgerichtig. Doch die Frage, was der KuBa letztlich bringen werde, könne längst beantwortet werden: ein fabelhaftes Gebäude für Kunst, Kultur und Begegnung.

„Alles Menschliche ist Begegnung.“

Die Grundsteinlegung sei ein historischer Tag, stimmte CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter - auch namens seiner Kollegin Margit Stumpp (Grüne)  - in das Lob mit ein. Aalen beweise Mut zur Zukunft. Jan Lugtenburg, Aufsichtsratsmitglied des Kinos am Kocher, sah gar eine spannende Zukunft auf die Stadt zukommen, die inspirierend neue Synergien unter allen Kulturschaffenden initiieren werde. Oliver Braun (Tübinger Architekturbüro Ackermann und Raff) sprach von einer Signalwirkung für das Stadtoval und die Gesamtstadt, die von dem Projekt ausgehe.

Auf die zahlreichen Redner folgte die offizielle Grundsteinlegung, wobei OB Rentschler Urkunden, Fotos vom alten Eisenbahnausbesserungswerk und aktuelle Ausgaben der Lokalzeitungen in eine metallene Kapsel gab, die anschließend eingemauert wurde. Von den Ehrengästen durfte jeder eine Kelle Mörtel darauf geben, verbunden mit einem mehr oder weniger bedeutsamen Spruch. „Aus alten Gemäuern heraus wird es bis nach Stuttgart strahlen“, erhofft sich beispielsweise Schubart-Literaturpreis-Juror und Winfried-Kretschmann-Redenschreiber Michael Kienzle, während Thilo Rentschler mit Martin Buber bodenständig blieb: „Alles Menschliche ist Begegnung.“

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Aalener Kulturjournal