Musical Gala in der Stadthalle

"Oh what a Circus"

Die Aalener Stadthalle stand am Montagabend ganz im schillernden Licht des Musicals, eines faszinierenden Zusammenspiels von Musik, Tanz und Schauspiel, das allen Akteuren ein hohes Maß an Perfektion abverlangt. Allerdings gastierte keines der altbekannten oder aktuellen Produktionen am Kocher, sondern die seit einigen Jahren erfolgreich tourende "Musical-Gala", der es immer wieder gelingt, mit schwungvoller Choreografie und sorgfältig ausgewählter Musik aus verschiedenen Musicals zu begeistern. Unabdingbar, um beim Publikum punkten zu können: Schöne Stimmen, prächtige Melodien und ein nicht enden wollender Reigen eingängiger Ohrwürmer samt temperamentvollem Tanz.

 

In schöner Regelmäßigkeit geben sich vergleichbare Musikveranstaltungen die Klinke in die Hand, allerdings erweist sich deren Angebot qualitativ meist nur als durchschnittlich. Umso bemerkenswerter "Die große Andrew Lloyd Webber Musical Gala". Selbstredend fanden sich die großen Hits wieder: "No Matter What", "Memory", "Light of the End of the Tunnel". Allerdings erklangen diese nicht wie eine der schon tausendfach gehörten Reproduktionen, sondern als künstlerische Gala-Arrangement, das die Aufmerksamkeit nicht zuletzt auch auf den Text fokussierte - von den perfekten Stimmen der Künstler mal ganz abgesehen. Und vom waschechten Live-Orchester, von der glitzernden Gala-Garderobe und dem unverzichtbaren Gala-Treppchen. Choreografie, Videoanimation, buntes Licht und bei Bedarf wabernde Nebelschwaden - ein gelungene Gesamtbild hob diese offensichtliche Wertigkeit nochmals hervor.

Zumindest wenn man bereit war, die Konzeption der Musical-Gala so zu akzeptieren, wie sie sich zeigte. Beredtes Beispiel "Oh what a Circus" und "Don´t cry for me Argentina" - keine suspekte Emotionen, sondern feine Orchestermusik, hervorragender Gesang. Kühl, zurückhaltend, artifiziell, dadurch indes nicht unbedingt auf Musical-Linie. Konform hingegen, statt ganzer Szenen, nur einzelne Lieder zu präsentieren, die von Moderator Tyrone Chambers in den entsprechenden Kontext gestellt werden.  

Neben dem agilen Tanzensemble standen die Solisten Stephanie McConville, Emily Ormiston, Anouk van Laake, Chris Killik und Jack Slatter  im Scheinwerferlicht. Mit sicherer Stimme und klarer Artikulation präsentierten sie Legendäres wie Unbekannteres aus Webbers „Sunset Boulevard“, „Starlight Express“, „Jesus Christ Superstar“, "Cats", „Phantom der Oper“ und und und. Ein nicht enden wollender Reigen der populärsten Musical-Klassiker.

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Aalener Kulturjournal