Ostalb Festival in der Ostalb Arena nimmt langsam an Fahrt auf

Münchner Freiheit schnuppert Ostalbluft

Gemach, möchte man meinen, denn das große Event ist ja erst Anfang Juni. Zumindest für die Schlagerfans ist noch eine Weile hin, für die Organisatoren hingegen brennt die Lunte schon. "Soll schließlich ein tolles Festival werden", freut sich Armin Abele, der neben seinem Musikladen "Musika" am Ellwanger Torplatz (neudeutsch: Sparkassenplatz oder so) mit "Ventura" nun auch richtig ins Veranstaltungsgeschäft einsteigt.

Sicherlich zur Begeisterung aller Schlagerfans, bittet doch Armin Abele für sein erstes Ostalb Festival DJ Ötzi, Anna-Maria Zimmermann, Markus Becker, Vincent Gross, Michelle, Vanessa Mai und die "Münchner Freiheit" auf die Bühne. Wobei das Highlight unbestritten der Auftritt der  "Fantastischen Vier" am zweiten Festival-Tag sein wird.

Mit "Wir wollen damit an die großen Veranstaltungen in der Ostalb Arena anknüpfen" springt ihm Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann zur Seite. Allerdings muss man diesbezüglich sehr weit zurück in die Vergangenheit, als der Fußballplatz noch Scholz-Arena war, der Verein einigermaßen erfolgreich in der zweiten Liga spielte und Geld für ein Riesenstadion mit aus der städtischen Portokasse floss. Vorbei!

Gerade als Tim Wilhelm und Aron Strobel, beides Musiker der "Münchner Freihei" aus ihrem Bayern-Bus kraxeln, läuft eine Handvoll Fußballer zwecks Training ins Rohrwang-Wäldchen. Welche Liga sie gerade spielen? Hmmm? Tim Wilhelms Hund jedenfalls schaut ihnen mit großen Augen nach. Der Einzige unter den Umstehenden. Die anderen erklimmen die Treppe hoch zur VFR Geschäftsstelle. Medienvertreter von Funk und Fernsehen, selbstverständlich auch der schreibenden Zunft. Es wird gefilmt und fotografiert, in den lichtdurchfluteten Räumen ist für die Pressekonferenz alles vorbereitet.

"Münchner Freiheit"-Sänger Tim Wilhelm  lobt die gute Organisation und findet Gefallen an den ausgelegten rosa Sonnenbrillen. "Alles so schön bunt hier", um es mit Nina Hagen zu sagen. So schnell und einfach kann die Welt schön sein. Zumindest wenn man durch die Sonnenbrille blickt! Doch als es zur Sache geht, nimmt Wilhelm die Gläser lieber wieder ab. Zu bunt oder doch zu dunkel?

Das werde eine großartige Sache, ein Highlight, spricht er mit ernsthafter Miene in die Mikrofone. Highlight steht auf dem Notizblock. "Nicht das größte, aber eines mit besonderer Musik und vielen Überraschungen", schiebt er ebenso nach, wie das unabwendbare "Überraschungen sind das Salz des Lebens!" Selbstredend sind die Oldies der "Münchner Freiheit" gemeint und mit im Programm. Versprochen! Das Stichwort für Armin Abele: "Hoffentlich habt ihr ´Ohne Dich schlaf ich heut Nacht nicht ein´ dabei." Tim Wilhelm, der, um es nicht unerwähnt zu lassen, die Musik von Elvis Presley und Richard Wagner liebt, Goethe und Schiller liest, will allerdings nicht alles verraten, "Nicht so viel erklären / Nicht mit so viel Worten / Den Augenblick zerstören / Aber eines gebe ich zu / Das was ich will bist du". Prima.

Soweit das Liedchen, soweit auch die Wirklichkeit? Zumindest nach den Worten des Bürgermeisters, der sich keine Eintagsfliege in die Arena holen möchte, soll sich doch daraus eine ganze Serie großer Veranstaltungen entwickeln. Damit liegt er tatsächlich auf der Linie von Armin Abele, der das Ostalb Festival fest im regionalen Terminkalender verankern möchte. "Wir sind aktuell mitten in der Hauptplanung", sagt er, um festzustellen, dass es noch Karten gebe. Interessierte sollten sich dennoch sputen, denn "Münchner Freiheit"-Gitarrist Aron Strobel - er liebt Beethoven, Zarah Leander und Red Hot Chilli Peppers - gibt mit seinem Rückblick auf die Band zugleich auch einen Ausblick auf das Festival. Die "Neue Deutsche Welle" der 1980er Jahre wird angesagt sein. En passant erzählt der gebürtige Gmünder aus seiner Jugendzeit. Bonmots wie "In Heubach aufs Gymnasium gegangen und nach Aalen zum Saufen". Da muss selbst Funk und Fernsehen lachen. Zumindest Aron kennt also die Kocherstadt. Nach seiner Sicht auf den VFR wird er indes lieber nicht befragt. Eigentlich gibt es bei der Pressekonferenz überhaupt keine Fragen. Alles sonnenklar, die Freude aufs Event überwiegt.

Dann kann es runter auf den grünen Rasen zum Fotoshooting. Die rosa Brillen müssen nochmals ran, auf die Nase und vor die Augen. Die Wünsche der Fotografen sind überschaubar. Mal Musiker, mal Organisatoren, der Bürgermeister soll auch noch mit aufs Bild. Und bloß nicht das "Ostalb Arena"-Emblem gegenüber vergessen! Tim Wilhelms Hund nimmt es gelassen, er zieht es vor im Auto zu bleiben, um noch eine Runde zu schlafen. Bis Juni ist es schließlich tatsächlich noch ein bisschen hin. Aber dann wird die Nacht lang. Pardon: zwei Nächte.

 

Weitere Infos unter www.ostalb-festival.de

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Aalener Kulturjournal