Theater Aalen

Die neue Spielzeit beginnt

Eine seltsam wirkende Truppe zieht zu bester Marktzeit zwischen flanierenden  Wochenendeinkäufern durch die Stadt. Eine Demonstration? Wie man´s nimmt. Sicher ist, die Jugendkapelle des Städtischen Orchesters verschafft mit Pauken und Trompeten den großen und kleinen, jungen und älteren Demonstranten Platz und Gehör. Demoschilder werden hoch gehalten. Darauf zu lesen: "Ente, Tod und Tulpe", "Heisenberg", "Der goldene Topf" und andere Losungen. Spätestens jetzt dämmert es auch dem letzten Umstehenden: Die Sommerzeit ist zu Ende, die Schauspieler sind wieder in der Stadt, die Theatersaison beginnt.

Vorbei mit der Beschaulichkeit. Bereits Anfang kommenden Monats stehen die ersten Premieren an und damit eine vielversprechende Spielsaison: Modernes und Klassisches, Bekanntes und Unbekanntes finden sich im Spielplan. „Auf ins Theater“, fordert folgerichtig Intendant Tonio Kleinknecht und erntet dafür Beifall.

Zustimmung kommt auch von Oberbürgermeister Thilo Rentschler. Mitten in der Stadt will er das Theater verortet wissen, weshalb die Spielleute ab der Saison 2019/2020 im künftigen Kulturbahnhof ein neues Refugium finden sollen. Noch ist die institutionalisierte Kulturszene über die ganze Stadt verstreut, jedoch rüsten sich Musik, Kunst und Theater bereits (gedanklich) für den geplanten Umzug.

Beim traditionellen Theaterfestauftakt - der aktuellen Baustelle vor dem Alten Rathaus wegen nun vor dem neuen - lässt sich erahnen, was im Laufe des Jahres auf das Publikum zukommen wird; vorab allerdings dürfen die Aalener einen neugierigen Blick auf die Theaterleute werfen, auf Profis wie Amateure.  "Ich freue mich auf die 27. Spielzeit", verkündet Oberbürgermeister Rentschler, der das städtische Theater gut eingebettet sieht er in eine die Stadtkultur.

Die neue Spielzeit steht unter dem Motto „Welche Sprache passt zu mir?“ Für den OB eine programmatische Aussage, gehe es doch um ein Zusammenleben in Vielfalt und über unterschiedlichste Sprachen hinweg. Alle Bürger müssten sich fragen, wie Europa aussehen solle, so Rentschler. Vorgänge wie in Chemnitz wolle er in Aalen nicht erleben. "Wir brauchen ein friedliches Miteinander." Dem Theater gab er mit auf den Weg, die Bürger zum Nachdenken anzuregen. Dialog und Austausch, versprach denn auch Intendant Tonio Kleinknecht. Theater als Chance, die eigene Perspektive kritisch zu hinterfragen, einen anderen Blick auf die Gesellschaft zu werfen, sich so des eigenen Standpunktes bewusster zu werden.

Bereits am 29. September geht es los, wenn es heißt: "Theater trifft Sanafi". Prof. Dr. Christoph Nix, Intendant am Theater Konstanz, der seit vielen Jahren  Theaterprojekte in Togo, Malawi und Burundi leitet, stellt seinen Roman „Muzungu“ vor. Im Anschluss spricht er mit OB Rentschler über die Möglichkeit einer Partnerschaft von Stadt und Theater mit Afrika. Das anschließende Samstagnachtfieber mit Jeanine Lang zum Spielzeitmotto soll die Bühne frei machen für interessante Begegnungen aller Art. Acht Tage später geht es in Sachen Theater richtig los: Auf der Bühne im Wi.Z steht mit "Venedig im Schnee" die erste Premiere an.

 

Weitere Informationen gibt es unter www.theateraalen.de

 

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Aalener Kulturjournal