Aalens Theatermacher präsentieren ihr Programm für die Spielzeit 2017/18

VIEL GUT ESSEN von Sibylle Berg

Mit: Philipp Dürschmied

Regie: Arwid Klaws

Dramaturgie: Tina Brüggemann

Ausstattung: Ana Tasic

Die Nerven liegen blank: Homo-Ehe, Migration, Bio-Gemüse, Euro-Krise, Feminismus – Reizthemen, die nicht nur die Stammtische und Internetforen zum Erbeben bringen. In der Gemengelage eines ständigen „Empört euch!“ monologisiert in „Viel gut essen“ ein moderner Jedermann, während er aus feinsten Zutaten für Frau und Sohn ein mehrgängiges Menü kocht. In ihrem neuesten Stück nimmt sich die vielfach ausgezeichnete Autorin Sibylle Berg der Gemütslage des deutschen (männlichen?) Mittelstands an. Gewohnt pointiert und böse-komisch lässt sie ihren Protagonisten über den Zustand unserer Gesellschaft klagen und führt uns die Funktionsweisen populistischen Denkens vor.

Sibylle Berg wurde 1968 in Weimar geboren und lebt heute als Autorin, Dramatikerin und Publizistin in Zürich und Tel Aviv. Ihre Romane und Theaterstücke wurden mittlerweile in rund 30 Sprachen übersetzt. Mittlerweise wurde sie für wohl alle großen deutschen Literaturpreise mindestens nominiert und erhielt unter anderen den Marburger Literaturpreis (2000), den Wolfgang-KoeppenLiteraturpreis (2008), den Friedrich-Luft-Preis 2016 (für Und dann kam Mirna), den Else-LaskerSchüler-Dramatikerpreis 2016 und den Publikumspreis in Mülheim (ebenso 2016). 

EIN FAUSTEXPERIMENT von Marko Timlin und Tonio Kleinknecht sehr frei nach Goethe Ein multimediales Theaterstück für eine humane technologische Gesellschaft Gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und dem Förderfond ZEISS In Kooperation mit der Mit Kristine Walther, Giorgio Convertito und zwei Robotern

Regie, Bühne und Klang: Marko Timlin

Dramaturgie und Coregie: Tonio Kleinknecht

Kostüm: Stefanie Krey

Assistenz: Maria Schmid

Theaterpädagogik: Anne Klöcker

Ist der gebildete Mensch in der Lage, die Widersprüche seiner Seele und seines Daseins auszubalancieren und aus Vernunft und Gefühl, aus Verstand und Begierde eine fruchtbare Verbindung herzustellen? Das ist die Kernfrage von Goethes Faust 1 und 2. Und wie gelingt uns das heute, wenn den Menschen immer mehr Entscheidungen von den Maschinen abgenommen werden und es immer schwieriger wird, in einer Welt des Habens und des Konsums, Möglichkeiten des Seins zu finden.

Der Klang-Künstler Marko Timlin (Helsinki) und der Theatermacher Tonio Kleinknecht (Aalen) entwickeln in Zusammenarbeit mit der Hochschule Aalen eine multimediale Inszenierung, die diesen Fragen auf den Grund gehen wird. 

CYBER CYRANO von István Tasnádi (12+) aus dem Ungarischen von Orsolya Kalász und Monika Rinck

Mit: Mirjam Birkl, Marcus Krone, Alice Katharina Schmidt

Regie: Jonathan Giele

Dramaturgie: Winfried Tobias

Ausstattung: N.N.

Wer bin ich? Und weißt du, wer du bist? Susi ist in ihrer Klasse eher eine Außenseiterin, aber im Netz kennt sie sich aus. Dort hat sie auch ihren Freund Victor, einen Diplomatensohn, sportlich und sensibel, der Susis Mitschülerin Heni den Kopf verdreht. Und Victor hat eine attraktive Schwester, Moira, in die sich Matti verliebt, dem wiederum Susi gerne näher kommen würde... Es wird gechattet und gepostet und während sich die Online-Beziehungen im Netz vertiefen, sortieren sich die Beziehungen im realen Leben neu. Dabei wird die Frage, wer wann wem „wirklich“ begegnet, zu einem Krimi über die Suche nach Identität und über Sein und Schein im Internet.

István Tasnádi, 1970 in Budapest geboren, studierte Theaterwissenschaft an der Universität Veszprém. Seit 1992 publiziert er regelmäßig Gedichte und Theaterstücke. Er war Mitbegründer und Dramaturg am Bárka Theater in Budapest, bevor er 2001 seine Arbeit als Hausautor und künstlerischer Codirektor am Krétakör Theater begann. Sein literarisches Werk umfasst über 30 Stücke und Drehbücher, darunter z. B. „Nexxt – Frau Plastic Chicken Show“ und „Staatsfeind Kohlhaas“.

„Cyber Cyrano“ wurde in der Inszenierung des Autors als beste Jugendtheaterproduktion des Jahres 2011 in Ungarn ausgezeichnet und stand auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendtheaterpreis 2012. 

EINE WEIHNACHTSGESCHICHTE von Charles Dickens Familienstück zur Weihnachtszeit

Mit: Mirjam Birkl, Philipp Dürschmied, Bernd Tauber, Dominik Weber, Steffen Weixler

Regie: Winfried Tobias

Dramaturgie: Anne Klöcker

Ausstattung: Ariane Scherpf

Musik: Axel Nagel

Ebenezer Scrooge ist der personifizierte Geiz und hartherzig wie kein zweiter. Weder sein Neffe, noch sein Mitarbeiter, noch sonst irgendwer hat von ihm Freundlichkeit oder Unterstützung zu erwarten. Dem Manne muss geholfen werden! Am Weihnachtsabend wird er von den Geistern der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft heimgesucht. Ob es ihnen gelingt, den alten Grantler zu erweichen? Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte ist die Vorlage für ein Stück über Familie, Freundschaft und gute Geister mit Humor, Gefühl und viel Musik. Mit seinen humoristischen bis gesellschaftskritischen Werken avancierte der englische Schriftsteller und Verleger Charles Dickens Mitte des 19. Jahrhunderts zum Begründer des sozialen Romans und einem der bedeutendsten Vertreter der realistischen Literatur. International berühmt wurde er mit seinen Hauptwerken "Oliver Twist", "David Copperfield" und eben der „Weihnachtsgeschichte“ (orig. „A Christmas Carol“), die als „Weihnachtslied in Prosa" bis heute zu den populärsten Stoffen der Adventszeit zählt. 

MACBETH von William Shakespeare in Zusammenarbeit mit der (Studiengang Figurentheater)

Mit: Alice Katharina Schmidt, Arwid Klaws, Robert Buschbacher, Anne Brüssau, Emilien Truche

Regie und Bühne: Jan Jedenak und Tonio Kleinknecht

Musik: Claus Wengenmayr Puppenbau Januscz Debinski

Kostüm: Stefanie Krey

Assistenz: Kerstin Pell

Lady Macbeth und ihr Mann sind ehrgeizig: Sie wollen an die Macht, koste es was es wolle. Dafür begehen sie auch einen Mord. Und je mehr Macht sie haben desto mehr Angst haben sie, sie zu verlieren. Und so geht das Morden immer weiter. Die Aalener Fassung des berühmten Werks von William Shakespeare stellt das Paar in den Vordergrund und erschafft den Kosmos aus Königen, Edelleuten, Dienern und Königskindern um die beiden herum mit Hilfe des Figurentheaters. William Shakespeare (1564-1616) war ein englischer Dramatiker, Lyriker und Schauspieler. Über sein Leben ist wenig Persönliches bekannt, man weiß nicht sicher, wie er aussah, wie er lebte, was er fühle. Seine Werke jedoch strahlen in zeitloser Genialität. Obwohl er in erster Linie Dramatiker war, verfasste er auch zwei Versepen und 154 Sonette. Shakespeares außerordentliche sprachliche Qualität und gedankliche Tiefe seiner Werke haben dazu geführt, dass er als dritter deutscher Klassiker, neben Goethe und Schiller, bezeichnet wird. Neben Romeo und Julia, Hamlet und Othello ist Macbeth eines von Shakespeares bekanntesten Tragödien.

KIKERIKISTE (4+) von Paul Maar

Mit: Mirjam Birkl, Anne Klöcker, Alice Katharina Schmidt

Regie & Dramaturgie: Winfried Tobias & Ensemble

Ausstattung: N.N.

Kümmel und Bartholomäus sind zwei Clowns, die in ihren tollen Kisten hausen. Durcheinander gebracht wird ihr tägliches Spiel durch den Musikmarschierer. Er kommandiert sie herum und nutzt sie aus - so lange, bis die zwei erkennen: Wenn sie zusammenhalten, kann der Musikmarschierer ihnen nichts anhaben. „Kikerikiste“ erzählt mit Pantomime und Slapstick, Witz und Situationskomik eine bezaubernde und lebendige Freundschaftsgeschichte. Paul Maar, geboren 1937, studierte Malerei und Kunstgeschichte, danach war er einige Jahre als Kunsterzieher tätig und lebt heute als freier Autor und Illustrator in Bamberg. Maar liebt Verse und Rätsel, Buchstaben- und Wortspiele, zu seinen bekanntesten Figuren zählen das Sams und der Träumer Lippel. „Kikerikiste“ zählt zu seinen ersten Stücken. 

GET BACK – EIN BRITISCHER LIEDERABEND

Mit: Philipp Dürschmied, Arwid Klaws, Bernd Tauber, Diana Wolf Klavier und mehr: Claus Wengenmayr

Dramaturgie: Kerstin Pell

Regie: Tina Brüggemann

Idee: Tina Brüggemann und Tonio Kleinknecht

Umsetzung: all of the above

"Wir wollen den BrEnter", beschwören die Theatermacher. Zumindest in Aalen, weshalb sie darauf verweisen, was vor allem in der EU ohne Großbritannien fehlt: die Lieder. Von Elton John bis Purcell, von Britpop bis Punkrock. Die Insel regt an und auf, zu schwarzem Humor, zum großen Gefühl, zur Freude an der Zeremonie und einer klaren Vorstellung von Benimm. Ob mit Krone oder Hut, Iro oder Glatze: Oft und gern besingen die Briten Isolation und Trennungsschmerz. Aber back to black (Amy Winehouse) und die splendid isolation (brit. Premierminister im 19.Jhd.) sind weder in Musik noch Politik das einzige Thema: Rebellion und Freiheit, Liebe und/oder Sex, Gewohnheiten, Regeln und die Lust an der Debatte prägen schon lange unseren gemeinsamen Geschmack. Also beschwören wir alle Briten: Get back! Du kannst deinen Hut auch aufbehalten. 

WIR SIND DIE NEBELFREIE STADT von Dagrun Hintze 1. Aalener Bürgerchor

Mit: Sprecher*innen aus Aalen

Dramaturgie: Tina Brüggemann

Interpretation und Einstudierung: Tina Brüggemann, Michael Flexler und Thomas Haller

Was macht uns Aalen zur Heimat? Was erinnern wir gern, was weniger gern, und woraus besteht die Gemeinschaft in Aalen heute? Diesen Fragen ist Dagrun Hintze 2016 zwei Wochen lang in Aalen nachgegangen. Hat Interviews mit Bürger*innen dieser Stadt geführt, Sachtexte, Balladen und Lieder gesammelt, und dann einen Text komponiert, der uns viel Einsicht und Aufschluss über diese Stadt und ihre Menschen gibt. Der das Beständige beschreibt und die Veränderungen benennt, starke Gefühle harten Fakten gegenüberstellt und schließlich den Ausblick wagt wie Heimat und Vielfalt auch unsere Zukunft gestalten können. Michael Flechsler (Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle), Thomas Haller (ev. Kirchengemeinde) und Tina Brüggemann probieren ein halbes Jahr lang mit Menschen von hier, um den Text schließlich als Sprechchor in der Stadthalle zu performen. Und rhythmisch, melodisch und inhaltlich unter Beweis zu stellen: „Das Wetter in Aalen ist besser.“ 

WAS IHR WOLLT von William Shakespeare (Freilichttheater)

Mit: Mirjam Birkl, Philipp Dürschmied, Alessandra Ehrlich, Arwid, Klaws, Marcus Krone, Diana Wolf

Regie: Marlene Anna Schäfer

Dramaturgie: Kerstin Pell

Ausstattung: N.N. Musik: N.N.

Ein Schiffsunglück verschlägt Viola an die Küste Illyriens. Die junge Frau tritt als Mann verkleidet in den Dienst des Herzogs Orsino, der gewillt ist das Herz der Gräfin Olivia zu erobern, die jedoch von seinen Liebesbekundungen nichts wissen will. Stattdessen verliebt sie sich in den Liebesboten des Herzogs, der niemand anderes ist als Viola. Diese schwärmt wiederum für den Herzog. Als dann auch noch der todgeglaubte Bruder von Viola auftaucht, ist das Liebeschaos perfekt. Im romanzenhaften Paralleluniversum Illyriens werden die Protagonist*innen an die eigenen Grenzen getrieben und laufen Gefahr sich selbst zu verlieren. Aber wie verhält es sich eigentlich mit der Liebe? Ist das eigene Geschlecht oder die sexuelle Orientierung ausschlaggebend für die Partnerwahl? Was lässt eine Person attraktiv wirken? Fragen, die uns seit jeher beschäftigen, werden in Shakespeares beliebtesten und reifsten Komödie auf unterhaltsame Weise aufgegriffen und verhandelt. „Was ihr wollt“ zeigt ein Verwirrspiel der Gefühle und erzählt von dem Neuanfang einer jungen Frau in einer Welt von Rausch, Verführung und Glanz. 

Jinzu kommen noch: Bürgertheater, Spielclubproduktionen und Extras wie szenische Lesungen, Blind Dates, Literatur auf Schloss Fachsenfeld, Jazzfest und Konzerte u.a.

 

 

 

PREMIERENÜBERSICHT

07.10.2017 VIEL GUT ESSEN von Sibylle Berg Altes Rathaus

14.10.2017 DAS FAUSTEXPERIMENT von Marko Timlin und Tonio Kleinknecht sehr                      frei nach Goethe Wi.Z

15.10.2017 CYBER CYRANO (13+) von István Tasnádi Altes Rathaus

26.11.2017 EINE WEIHNACHTSGESCHICHTE von Charles Dickens Wi.Z

02.12.2017 MACBETH von William Shakespeare Altes Rathaus

21.01.2018 KIKERIKISTE (4+) von Paul Maar Altes Rathaus

10.02.2018 GET BACK – EIN BRITISCHER LIEDERABEND Wi.Z

04.05.2018 WIR SIND DIE NEBELFREIE STADT von Dagrun Hintze Stadthalle Aalen 30.06.2018 WAS IHR WOLLT von William Shakespeare (Freilichttheater) Schloss                        Wasseralfingen

 

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