Aalener Theatersaison 2018/2019

"Man darf und muss ins Theater gehen!"

Aalens Theatermacher können sich entspannt zurücklehnen, läuft doch derzeit alles rund. "Diese Saison ist so gut gelaufen, dass wir einige Stücke in der kommenden wieder aufnehmen müssen", betont Tonio Kleinknecht. Eingeladen hat der Theaterintendant ins Alte Rathaus, um das Programm für die nächste Spielzeit zu erläutern. Mit dabei: Oberbürgermeister Thilo Rentschler. Spannend sei es zu erfahren, was im Theater geschehe, verrät er und ist sich sicher, dass das Theater fest in der  Stadt verankert sei. Vorbei die Zeiten, in zwischen "Kartoffeln oder Kultur" gewählt werden sollte.

Das Theater  sei eine wichtige Kultureinrichtung, die die Stadt von anderen unterscheide. Zugleich ist der OB Feuer und Flamme vom Theater. "Man darf und muss ins Theater gehen!"

Erfreut zeigt er sich von Projekten, die bürgerschaftliches Engagement fördern, wie den "Boulevard Ulmer Straße" und den Bürgerchor. Alles überaus spannend, so der OB, der auf eine Fortsetzung hofft. Dass es mit der neuen Spielzeit einen weiteren kulturellen Schub nach vorne gebe, davon ist er überzeugt, zumal das Theater gemeinsam mit Literatur und Jazz in die neuen "Aalener Kulturwochen" eingebunden sei und zugleich der Kulturbahnhof immer

näher rücke. Für Tonio Kleinknecht das Stichwort, verspürt doch auch er diese Aufbruchsstimmung. Auf das kommende Spielzeitmotto angesprochen, zitiert der Intendant Karl Marx: "Die unmittelbare Wirklichkeit des Gedankens ist die Sprache". Die Grenzen unserer Sprache seien die Grenzen unserer Welt, so Kleinknecht, diesmal den Philosophen Ludwig Wittgenstein zitierend. Die moderne Welt bürde dem Menschen vieles auf, verändere dessen Wahrnehmung und steigere die Angst vor Überforderung. "Theater kann diese Angst nehmen", ist Kleinknecht überzeugt.

Der Grund, warum die Theatermacher für die kommende Spielzeit die Vielfalt der Welt unter dem Motto "Welche Sprache passt zu mir" in den Fokus rücken.

Den Auftakt macht im Oktober die Komödie "Venedig im Schnee" (06.10), eine vermeintliche Liebesgeschichte, die sich gegen gängige Vorurteile ebenso wendet wie gegen scheinheilig zelebrierte Solidarität.

Nur einen Tag (07.10.) später kommt es zur "Großen Erzählung", einem Stück für Kinder und Jugendliche, in der Odysseus´ Abenteuer modern nacherzählt werden.

Zum Advent (25.11.) gibt es in einer Familienvorstellung "Die Schöne und das Biest"; kurz danach nimmt sich in "Heisenberg" ein Paar zwar nicht der Heisenbergschen Unschärferelation an, sondern den Veränderungen in der Wahrnehmung von Menschen und Beziehungen (15.12).

Nicht das Schlechte, vielmehr "All das Schöne" steht in Duncan Macmillans berührendem Stück im Mittelpunkt (16.02.). Gefolgt von E.T.A. Hoffmanns phantastischem Kunstmärchen "Der goldene Topf" (19.02.).

Gleich vier Regisseure bemühen sich schließlich um das ewige Thema Liebe  (08.06.). Überschrift: "Verführung ist die wahre Gewalt".

Die Vier vom Theater: Tina Brüggemann, OB Thilo Rentschler, Winfried Tobias und Tonio Kleinknecht.

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Aalener Kulturjournal