Premiere beim Theater Aalen:  7. Dezember (20 Uhr) 

"Kleine Eheverbrechen" auf der Bühne im Alten Rathaus

Da rattert aber auch die Phantasiemaschine mit Höchstgeschwindigkeit durch den Kopf, kann man sich doch unter dem Stichwort Eheverbrechen allerlei vorstellen. Recht viel Gutes, aber auch Schlechtes, auf jeden Fall etwas Turbulentes. Vielleicht mit ein Grund, warum der französische Komödienspezialist Eric-Emmanuel Schmitt solch wie immer geartete Eheverbrechen für ein flirrendes Theaterstück herangezogen hat, es aber zugleich - als wolle er allzu Dramatischem vorbeugen - "Kleine Eheverbrechen" nannte. Der Autor wurde übrigens mit seiner Erzählung "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" international bekannt, Kinogänger kennen sicherlich die Verfilmung von "Oscar und die Dame in Rosa".

"Eric-Emmanuel Schmitt schreibt wunderschöne französische Gesellschaftskomödien - leicht, komödiantisch und immer in einem sentimentalen Tonfall", schwärmt Tina Brüggemann.

Und da ihr gleich zwei Schauspieler zwecks Darstellung im Kopf herumschwirren, war für sie klar, die "Kleinen Eheverbrechen" müssen unbedingt auf die Bühne. Margarete Lamprecht und Arwid Klaws bilden das Gespann mit dem die Regisseurin, die bei dem Stück zugleich auch ihre eigene Dramaturgin ist, eine besondere Paarbeziehung ausleuchten möchte. Gilles und Lisa, so heißen die Protagonisten, leben sorgenfrei  und (oder weil) ohne Kinder. Erst als Gilles bei einem Unfall sein Gedächtnis verliert, verändert sich das Miteinander. Zurück aus der Klinik stellt er alles bisherige in Frage - selbst ob Lisa überhaupt seine Frau ist.

"Lustvoll und pointenreich ringen die beiden um Sicherheit, als der Abend eine höchst überraschende Wendung nimmt", umschreibt Tina Brüggemann den Verlauf der Geschichte. Das Stück lade regelrecht ein, sich davon gefangen nehmen zu lassen, vor allem weil zu beobachten sei, wie sich das Paar (und man sich selbst) in den Fallstricken des Alltags verheddern könne.  Der eigentliche Spannungsbogen entstehe dabei aus dem vielversprechenden Zusammenwirken von Wort und Spiel.

Gilles und Lisa bewegen sich auf der Bühne in einem von Ana Tasic ausstaffierten Lebensbereich, in dem die Wirklichkeit bei Bedarf auf Spielzeuggröße schrumpft. "Darin findet sich das dynamisches Paar in einer intensiven Beziehungswelt. Zwei starke Persönlichkeiten, die aufeinandertreffen", gibt die Regisseurin noch mit auf den Weg. Eine glänzende Steilvorlage für jedweden Interpretationsansatz, für den übrigens der Lauchheimer Künstler Paul Groll Bilder mit auf die Bühne gibt.

 

INFO

Theater Aalen: "Kleine Eheverbrechen"

Bühne im Alten Rathaus

Premiere: 7. Dezember (20 Uhr)

 

Weitere Infos: www.theateraalen.de

Foto: n P.Schlipf

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Aalener Kulturjournal