Theater Aalen - 15. Dezember - Altes Rathaus

Heisenberg

Kein "Romeo und Julia", auch kein "French Kiss"! Vielleicht schon eher eine Art von "Harry and Sally". Ganz so genau weiß man es nicht bei dieser Liebeskomödie namens "Heisenberg", so es denn überhaupt eine ist. Regisseur Tonio Kleinknecht und Dramaturgin Tina Brüggemann umschreiben es mit ein "Kammerstück". Wer jetzt noch den Schulunterrichts in Sachen Physik denkt, liegt goldrichtig, denn "Heisenberg" soll tatsächlich an den Physiker Werner Heisenberg erinnern.

Genauer an dessen Unschärferelation, ein für das Verständnis der Quantenmechanik so wesentliches Prinzip. Nach diesem können zwei komplementäre Eigenschaften eines Teilchens nicht gleichzeitig genau bestimmbar sein. Anders gesagt: Je exakter sich seine Position bestimmen lässt, um so ungenauer wird die Information über den hier von ausgehenden Impuls - und umgekehrt.

Bevor sich jemand nun darüber den Kopf zerbrechen möchte, nur so viel: Regisseur Kleinknecht findet die Unschärferelation zwar spannend, doch erklären musste sie ihm ein Physiker. Zweifelsohne lässt sich Naturwissenschaft auch anders verstehen, als Erkenntnis stiftend für gesellschaftliche Prozesse. Zumindest will es so Autor Simon Stephens verstanden wissen. Nicht die Physik, eine seltsame Liebelei hat er deshalb in den Mittelpunkt seines Stückes gepackt.

Protagonisten sind zwei grundverschiedene Menschen, denen man eigentlich gerne aus dem Weg geht. Die junge Georgie (Diana Wolf) und der deutlich ältere Alex (Bernd Tauber). Bereits mit der ersten Begegnung beginnt das Unschärfeprinzip zu wirken, denn so klar wird nicht, ob sich die beiden zufällig treffen. So verschieden wie es zunächst scheint, sind sie überdies doch nicht. Sicher ist hingegen nur, Georgie ist exaltiert, Alex eher introvertiert. Sie verwechselt ihn angeblich mit einem anderem, ihn stört das Chaotische der jungen Frau. Was ihn aber nicht abhält, sich in sie zu verlieben.  Da bahnt sich eine schräge Liebesgeschichte an. Mit einher geht die Erkenntnis: Die Unsicherheit, das, was uns umgibt, kontrollieren oder auch nur genau bestimmen zu können, gilt meist auch für  alles Zwischenmenschliche.

 

INFO 

Theater Aalen

"Heisenberg"

Premiere: 15.12. (20 Uhr)

Altes Rathaus

 

Foto Karolina Tomanek

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Aalener Kulturjournal