Theater hoch 2

Kommende Woche steht ein verlängertes Theaterwochenende steht bevor

Beim Aalener Stadttheater stehen gleich zwei bemerkenswerte Premieren an, am 16. Februar Duncan Macmillans "All das Schöne" und drei Tage später (19.) in Kooperation mit dem Theaterring E.T.A. Hoffmanns "Der goldene Topf". Während letzterer den Meisten als romantisches Märchen bekannt sein dürfte, ist der Brite Macmillan wohl eher ein unbeschriebenes Blatt. Seine Geschichte allerdings erweist sich zeitlos aktuell, geht es doch darin um ein Kind, dessen Mutter nach einem Selbstmordversuch ins Krankenhaus eingeliefert wird. Den Jungen plagen Schuldgefühle, denn er glaubt, nicht genug dafür getan zu haben, damit die Mutter fröhlich ist. Sein Mittel zur Wiedergutmachung: Sich und die Mutter an die schönen Dinge des Lebens

zu erinnern und diese auf eine Liste zu schreiben. Eiscreme steht darin, Wasserschlachten und länger aufbleiben dürfen als sonst. All das, was das Leben bereichert, einen Sinn gibt,  niederschreiben. Jetzt, morgen und in der Zukunft. Mindestens eine Million Gründe sollen so zusammenkommen.

Ist das Stoff für ein Theaterstück? Die eindeutige Antwort von Regisseur Jonathan Giele und seiner Dramaturgin Tina Brüggemann lautet: Ja. Keinen Zweifel lassen sie aufkommen, selbst daran nicht, dass das Stück durchaus Elemente einer Komödie haben wird. Zumindest solle es ein Experiment werden, so Giele und Tina Brüggemann fügt an: "Eines, bei dem das Publikum mit einbezogen wird." Mitmachtheater in einer etwas anderen Form. Gregor Weißgerber spricht den optimistischen Monolog über ein todernstes Thema. Ein hinreißendes, herzergreifendes, gänzlich unsentimentales Selbstgespräch, dem Theaterkritiker jedoch attestieren, umwerfend komisch zu sein. Zumindest wenn das Publikum eifrig mitzieht und kleinere Rollen "übernimmt". Mit ein Grund, warum jeder Aufführung voraussichtlich etwas anders verlaufen wird. Lampenfieber oder Angst vor einem öffentlichen Auftritt müsse freilich niemand haben, beruhigt Giele, gehe es doch nur um kleine Beiträge, die überdies bereits vorbereitet seien. "Und es muss nur mitmachen, wer mitmachen möchte. Alles ist freiwillig!" Zielsetzung ist, einem höchst komplexen wie schwierigen Thema  "mit leichter Hand" einen lebensbejahenden Unterton zu verleihen. Aber nicht nur, wie Tina Brüggemann zu bedenken gibt. "Jeder einzelne kann dabei auch erleben, wie befreiend Gespräche sein können." Zum Vergleich zieht sie die Hape-Kerkeling-Verfilmung "Der Junge muss an die frische Luft" heran. Passend dazu die intensive Einbindung von Musik. Der Mann am Klavier: Claus Wengenmayr.

Ein hinreißendes, herzergreifendes, gänzlich unsentimentales Selbstgespräch, dem Theaterkritiker jedoch attestieren, umwerfend komisch zu sein. Zumindest wenn das Publikum eifrig mitzieht und kleinere Rollen "übernimmt". Mit ein Grund, warum jeder Aufführung voraussichtlich etwas anders verlaufen wird. Lampenfieber oder Angst vor einem öffentlichen Auftritt müsse freilich niemand haben, beruhigt Giele, gehe es doch nur um kleine Beiträge, die überdies bereits vorbereitet seien. "Und es muss nur mitmachen, wer mitmachen möchte. Alles ist freiwillig!" Zielsetzung ist, einem höchst komplexen wie schwierigen Thema  "mit leichter Hand" einen lebensbejahenden Unterton zu verleihen. Aber nicht nur, wie Tina Brüggemann zu bedenken gibt. "Jeder einzelne kann dabei auch erleben, wie befreiend Gespräche sein können." Zum Vergleich zieht sie die Hape-Kerkeling-Verfilmung "Der Junge muss an die frische Luft" heran. Passend dazu die intensive Einbindung von Musik. Der Mann am Klavier: Claus Wengenmayr.

Keine Musik gibt es bei der Inszenierung von E.T.A. Hoffmanns "Der goldene Topf". Dafür kommt das Stück auf die große Stadthallenbühne und ermöglicht so vom Theaterringpublikum wie von den Fans des Stadttheaters gesehen zu werden. Verantwortlich zeichnen Tonio Kleinknecht und Marco Kreuzer, die bereits im vergangenen Jahr gemeinsam Peter Stamms "Agnes" multimedial inszenierten. Multimedial wird auch beim "Goldenen Topf" das Zauberwort sein, tauchen doch die sechs Schauspieler in  eine reale und phantastische Welt ein. Um dem surrealen Anspruch gerecht zu werden, bieten sich Videoeinspielungen idealerweise an. Manuel Flach wird in dem Stück der Erzähler sein, der die Zuschauer mitnimmt in das "Irgendwo zwischen Alltag und dem Reich der Poesie, zwischen bürgerlicher Realität und Traum, zwischen Gut und Böse". So umschreiben die Theatermacher den Ort, an dem man die Wahrheit findet. E.T.A. Hoffmann schickt seinen Protagonisten Anselmus  auf die Reise durch diese sich zu widersprechen scheinenden Welten, "die in der Wahrnehmung des poetischen Gemüts fließend ineinander übergehen".

In diesem Jahr werden die Abiturienten - Hoffmann ist Sternchenthema - erstmals vor die Frage gestellt, wie die Zerrissenheit zwischen Alltagsrealität und Fantasie zu interpretieren ist.

Das Duo Kleinknecht/Kreuzer hat das Original kräftig gestrafft, beide reden lieber von konzentriert, um es auf Theaterformat zu bringen. E.T.A. Hoffmanns komplexe Sprache haben sie allerdings beibehalten. Neben dem Stück als solchem spricht auch die Besetzung für einen vielversprechenden Theaterabend: Die bürgerliche Welt wird von Mirjam Birkl, Philipp Dürschmied und Arwid Klaws repräsentiert, die phantastische von Diana Wolf und Bernd Tauber. Sputen müssen sich Theatergänger allerdings der Karten wegen, denn die werden bereits knapp.

 

Fotos: Tomanek, Kreuzer, Kullmann

 

INFO

 

All das Schöne (Wi.Z)

Premiere 16.02. (20 Uhr)

 

Der goldene Topf (Stadthalle Aalen)

Premiere 19.02. (20 Uhr)

Schülervorstellung  20.02. (10 Uhr)

 

Infos und Karten

Telefon 07361 522 600
kasse@theateraalen.de

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Aalener Kulturjournal