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Videovortrag mit Winfried Kießling im Rahmen der Rieser Kulturtage

Johann Eustach von Westernach

Foto: MK

Wenn es um Schloss Kapfenburg und den Deutschen Orden geht, ist Winfried Kießling ein echter Experte. Mehrere Bücher und Artikel hat er über die spannende Geschichte geschrieben und 2020 mit der Stiftung Schloss Kapfenburg den Schlossführer „Schloss Kapfenburg – Vom Deutschordensschloss zur Musikschulakademie“ veröffentlicht.  Im Zuge der Recherchen für das Ringbuch ist Kießling auf viele neue und bislang unbekannte Informationen über Johann Eustach von Westernach gestoßen, die schließlich zu seinem neuesten Projekt führten: einem Buch über den wohl bekanntesten Ordensritter der Kapfenburg. Am 02. Mai gibt er erste Einblicke in das Werk, das voraussichtlich im Sommer 2021 erscheinen wird.

Die Veranstaltung sollte ursprünglich im Rittersaal auf Schloss Kapfenburg stattfinden, muss jedoch coronabedingt in Präsenz entfallen. Stattdessen hat die Stiftung ein Video mit Kießling produziert, das am geplanten Termin als Live-Premiere bei YouTube zu sehen ist. Akademiedirektor Moritz von Woellwarth führt in den Vortrag ein.

 

Sonntag, 02. Mai, 16.00 Uhr: „Johann Eustach von Westernach – Eine Karriere im Deutschen Orden“ mit Winfried Kießling. Live-Premiere auf youtube.com/c/stiftungschlosskapfenburg und dem YouTube-Kanal der Rieser Kulturtage (Link via www.rieser-kulturtage.de). Das Video ist auch im Anschluss unter diesen Adressen aufrufbar.

Johann Eustach von Westernach (1545-1627)

Archiv Winfried Kießling

Aus einer niederadeligen Familie im fränkisch-schwäbischen Raum stammend, trat Johann Eustach von Westernach im Alter von 21 Jahren in den Deutschen Orden ein. Seine Laufbahn begann 1567 als Küchenmeister in Ellingen. Von 1571 bis 1579 war er Trappier in Frankfurt-Sachsenhausen, 1580 wurde er Hauskomtur in Ellingen. Von hier berief ihn der Hochmeister nach Mergentheim und betraute von Westernach mit dem Amt eines Statthalters für das Reichsstift Fulda. Zu dieser Zeit suchte auch der Hochadel für seine nachgeborenen Angehörigen lukrative Versorgungsposten. So bewarb sich der dritte Sohn des Kaisers, Maximilian, Erzherzog von Österreich, als Koadjutor des Hochmeisters. Doch statt als Kontrollorgan zu wirken, schloss sich von Westernach voll den Führungsansprüchen des Habsburgers an. Dafür ernannte dieser ihn 1588 zum Statthalter in Mergentheim, außerdem erhielt er 1590 zusätzlich die Kommende Kapfenburg als Komtur. Hier entfaltete von Westernach sofort eine rege Bautätigkeit, die mittelalterliche Bergfeste wurde in eine repräsentative Residenz umgewandelt. Bis zu seinem Lebensende behielt er die Kommende Kapfenburg bei, wirkte aber auch im kaiserlichen Auftrag als Reichskommissär in vielfältigen Reichsangelegenheiten. Innerhalb des Ordens wurde er 1611 Ratsgebietiger, 1617 Statthalter und 1618 Landkomtur der Ballei Franken. 1625 wählte man den nun 80-jährigen Ordensritter als Platzhalter für den noch minderjährigen Erzherzog Leopold von Österreich zum Hochmeister, dem höchsten Amt des Deutschen Ordens. Am 25. Oktober 1627 starb von Westernach, am 29. Dezember wurde er in der Gruft der Hochmeister in Mergentheim bestattet.

Archiv Winfried Kießling
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Aalener Kulturjournal